Und der Duden hat doch recht

Vor Kurzem lasen Sie auf dieser kleinen, feinen, munteren, nachdenklich machenden, noch nie preisgewürdigten Seite etwas über den Duden. Nun, die Dudens tauchen hier öfter auf, zwangsläufig, dieses Mal ging es um ein Bleiblättlein zum neuen Duden, das ich an drei Tagen abgehandelt habe.

111 Wörter, die häufig falsch geschrieben werden, hieß die Fleißarbeit der Damen und Herren. Nachzuklicken ω hier und ω hier und ω hier. Ich wollte es damals nicht laut sagen, sprich: hier schreiben, aber ich war sicher, schnell öffentlich zugängliche Belege für den Nutzwert dieser Liste zu finden.

Eh, voilà, Strich eins! Der Spiegel, Online-Ausgabe. Thema: Re-Import von Porsche Cayennes aus den USA in die Heimat. Da geht es nicht um zehn, nein, da geht es holprig um zehn Stück der Autos. Nein, nicht Autos. Nobelkarossen. Nobelst! Hören Sie mal! Eine Karosse ist per Wortbedeutung ein feines Auto, sagt der Duden, den ich hier zitiere: prunkvoll ausgestattete Kutsche; Staatskarosse: die Karosse der Kšönigin. Und wenn schon der Dienstwagen der Queen lediglich als Karosse ohne Wortgepränge durchgeht …

Das reicht, Jungs! Aber nein, ihr müsst auch noch wild herumpleonasmussen. Nobelkarossen! Ich warte auf allerpiekfeinste Nobelkarosse staatsmännisches Gepränges. Heute fährt jeder pensionierte Oberforstrat, jeder Rewe-Fialialleiter, jeder Immobilien-Mensch am Tegernsee so einen Cayenne. Gegenvorschlag: teure Kutsche. Punkt.

Dann kommt der Abgang – und wir zum Thema …

„Niegelnagelneu“, frohlockt der Mann.

Punkt. Da hammas! Niegelnagelneu ohne das erste E, bitte. Der Duden kostet auch für den Spiegel sechsundzwanzig Euro, übrigens.

Eh, voilà, Strich zwei! Der Falk-Plan, den der geneigte Leser Klaus H. (meinen Dank) mir zugeschickt hat. Nicht nur in Hattingen an der Ruhr, rein nordrheinwestfälisch, können Sie durch den Einsatz von Outdoorkarten, Sattelitenbildern und unserer Falk Originalkarte … Danke! Sattelt die Rücksäcke, auf nach Hattingen! Auf Sätteln, bitte! Und passt auf, dass euch die Original-Satelliten der NSA nicht dabei erwischen, wie ihr in den Duden schaut.

Ich las das dann weiter, dieses Sätzlein mit der Falk Originalkarte, und stieß auf das letzte Wort: berufen. Ich berufe mich mal auf mein Sprachgefühl und sage, dass dort abrufen das bessere Verb gewesen wäre.

 

Kommentar hinterlassen zu "Und der Duden hat doch recht"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*