Dümmer als wie man meint, der Duden

Schließen wir mal die erste These aus, die naheliegende*: Nein, wer raucht und trinkt, muss nicht zwängsläufig des Deutschen nicht mächtig sein. Unter den Großen hab es große Trinker und Raucher. Die Gifte machen vielleicht im Körper etwas kaputt. Aber … verdammt, sie schmecken ja auch und tun gut. Das dazu, musste gesagt werden.

Zweitens, dass das Kaufmanns-Und da nicht hingehört, wissen geneigte Leser dieses kleinen, feinen Tagebuchs, die sich von der kommenden Woche an auf harte Zeiten werden einstellen müssen, das nur als Warnung.

Das Kaufmanns-Und stehe bitte nur bei Firmennamen wie Gebrüder Alois Recht & Loisl Gesetz. Sonst bitte nicht. Habe ich schon oft erwähnt.

Durchatmen. Glas, wo bist du?

Drittens darf man annehmen, dass dieses Sätzlein aus einem Hauptsatz besteht, der da lautet: Rauchen und Alkohol machen mehr kaputt … Gefolgt wird der von einem vergleichenden Satz inklusive Vergleichspartikel wie, den aber ebenfalls ein Verb ziert. Dieser Satz … wie (wo ist mein Ouzo?) du denkst sollte durch ein Komma abgetrennt sein. Rauchen und Alkohol machen mehr kaputt, wie du denkst.

Bitte, Hausangestellte! Zigarette her, ich hab Schnappatmung!

Viertens schauen wir uns noch mal die Vergleichspartikel (ja, das ist feminin, bitte) wie an. Handelt es sich um einen komparativen Satz – kurz: einer, der die Voranstellung eines der beiden Attribute herauskehrt, die verglichen werden –, nutzen wir als. Ist dieser Satz da oben klassisch komparativistisch? Nein. Klassisch wäre Ich bin größer – schneller – höher. Aber das mehr deutet durchaus auf etwas Komparatives hin. Muss also heißen:  als du denkst. Und nun im ganzen Satz, alle zusammen …

Rauchen und Alkohol machen mehr kaputt, als du denkst.

Ist die Causa damit durch? Dachte ich, ist sie aber nicht. Ich trank heute morgen schon mal vor, nachdem ich das gelesen hatte: Wie steht bei Vergleichen nach dem Komparativ … auch in Zusammensetzungen mit „anders“: er ist gršößer wie du – sie macht es anders wie ich – er wohnt ganz woanders wie ich. Sie wollen die Quelle wissen?

DUDEN, das Wörterbuch.

Flasche leer, Zigarettenschachtel auch.

Ich gebe zu, dass der Duden vor den Satz gesetzt hat: nicht standardsprachlich. Aber … Herrschaftszeiten, gilt denn gar nichts mehr? Das ist nicht nicht standardsprachlich, das ist falsch.

Sag mal, Herr Lehrer, Sie haben mir da den falschen Komparativ mit WIE angemerkt. Unser, mein und Ihr, Standardwerk für die deutsche Sprache sagt nicht, dass es falsch ist. Hätten Sie die Güte, aus der Fünf eine Zwei zu machen? – Danke!

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Non scholae … Unterm Strich was fürs Leben
* Naheliegend
schreibt man zusammen, wenn etwas gedanklich naheliegt. Also im eher übertragenen Sinne. Diese These ist naheliegend. Gehen wir aber von einer räumlichen Nähe aus (nah in seiner ursprüngliche Bedeutung als direkt dabei, anschließend, nicht weit entfernt), schreibe wir es getrennt. Er ging hinüber, zum nahe liegenden Gehöft der Mutter. Wenigstens da widerspricht der Duden nicht. Ist ja auch naheliegender als wie das mit wie und als, oder?

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