Rasen über den Rasen

Heute mal etwas, mit dem Sie nach dem Laternumzug im November beim Glühwein glühen und glänzen können. Horst P., überzeugter Hobbygärtner und Anhänger der Kleinschreibung („bei mir sind nur die kürbisse groß …“), rempelt sie am Büffet an: hey, hömma, wennde so weitermachst, liegste bald bei mir unterm rasen. Sie stutzen kurz und sagen: Vor dem Fenster sah sie den geliebten Rasen – und schon sind Sie im Thema.

Schauen Sie sich das Täfelchen an, wenn Sie es noch nicht kennen, ist ein Klassiker. Es zeigt ein paar schöne Beispiele dafür, wie Groß- und Kleinschreibung punkten, wenn es um den Sinn des Gesagten und Geschriebenen geht.

Besonders fein finde ich den Hinweis auf alternde Poeten. Mehr sage ich nicht. Und natürlich die kleine Spitze über das Paarungsverhalten der Berliner(!) Sozialdemokraten. Ein wenig durch die Hintertür, meine Anmerkungen, ich weiß, aber Sie als geschulte deutschmeisterei.de(!)-Leser werden es begreifen.

Eines muss man aber anmerken. Die wahren Probleme der Groß- und Kleinschreibung macht das Täfelchen nicht sichtbar: die Substantivierung des Verbs – Wörtchen wie bei Weitem, vor Kurzem – das bisschen – der andere – die Schreibung nach dem Doppelpunkt, wenn kein Substantiv folgt – Eigennamen mit Adjektiven wie der Rote Platz; ach, du grüne Neunezwei Schüler bekamen eine Zwei – Übernahmen aus anderen Sprache wie Spaghetti bolognese versus Pizza Quattro Stagioni. 

Aber seien Sie versichert, wenn Sie diesem Tagebuch noch ein paar Dekaden treu bleiben, werden wir jede dieser Fragen am gründlichesten(!) (am besten(!) sofort, ich weiß) aufs Neue(!) behandeln.

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