Schnickgadgetschnack

Ich habe keinen blassen Schimmer, was man mir da per Anzeige, Quelle: Online-Spiegel, andrehen will. Und ich will es auch nicht. Nie nimmer nicht, auch wenn das Päckchen unter dem Lenkrad mir eine Dauerschalte mit The Donald erlauben würde oder mit dem Weinhändler meines Vertrauens. Ihr, ihr Texter, ihr katapultiert euch mit einem Satz aus meinem Kosmos.

So was Blödes. Und das fängt schon vorn an. Nein, ich bin kein gadgetfan.

Ein Gadget, verehrte Leser, die Sie noch ein Faxgerät bedienen können und den Bandsalat aus Musikkassetten kennen, ein Gadget ist so etwas wie ein Accessoire, ein technisches Tricksel, einige nennen es auch Schnickschnack. Hört sich aber nicht so modern an wie gadget, ein Wort übrigens, das auch im Duden steht.

Dieses Gadget ist natürlich ein MUST-HAVE. Klar, muss man haben. Hat jeder. Wusste gar nicht, wie einhundert Jahre Automobilgeschichte ohne ebendiesen Schnickgadgetschnack (Anmerkung: das Gadget, der Schnickschnack) möglich waren. Und dann kommt es dicke, sehr dicke, nachdem auch Sie, Texter!, ja ahnen, dass MUST-HAVE frei übersetzt werden könnte mit Habenmüssenwollen, oder?

Das MUST-HAVE Tool, das jeder Autobesitzer haben muss

Ojemine!

Die To-do-Liste, die zeigt, was toduen(!) ist, oder? Das Überbleibsel, das übrig bleibt. Der Bilderrahmen für Bilder zum Rahmen.

Ich lasse Ihnen, verehrte Leserinnen, mal fünf Sekunden, um den Irrsinn sacken zu lassen. Eigentlich wäre dies ein Beitrag für Spaß-Unsinn-Kicher-Freitag der deutschmeisterei.de, nicht wahr?

Übrigens, um mal zum Ernst der Sache zu kommen. Erstens schreibt man dieses MUST-HAVE tatsächlich so: Must-have. Alles gut, und zweitens sollte man auch nach einem solchen Unwort das Tool rankoppeln. Ja, ihr Texter, man koppelt sogar zwei Unwörter, Must-have-Tool. Ihr Trolls!

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