Maria Tchibo

Heute darf ich das, heute darf ich auch mit Weihnachten. Bisher habe ich Sie in Ruhe gelassen damit, während ich beim Schreiben Spekulatius verspeiste. Warum nicht morgen, am 1. Dezember? Morgen beginnt für Nürnberger der – Achtung, einzig richtige Schreibweise: – Christkindlesmarkt, ein nahezu heiliger Akt auf dem Rathausmarkt. Und dem sollte man nicht mit anderem Weihnachtlichen in Knecht Ruprechts Kutsche fahren. Morgen also nichts mit Krippe und strahlenden Kinderaugen und Frieden auf der Welt.

Dafür heute. Und auch eigentlich nicht, wäre mir nicht gestern Abend beim Spiegel-Lesen ein dem Beitrag über diese netten Ex-Jugos in Den Haag vorgeschaltetes Video ins Auge gesprungen. Absender: Tchibo, ja, Kaffee. Mir hüpfte die Tasse aus der Hand, schnappende Atmung, Erinnerungsfetzen an den netten Tchibo-Mann mit Bowler (Bild), der meinen Eltern den Kaffee brachte und mir bei: (a) Kolonialismus kann auch ein nettes Gesicht haben und (b) früher war alles besser, als wir noch Fröhliche Weihnachten! sagten oder Frohes Fest!, in den Zeiten also, bevor die Dummbratzen vom Privatfernsehen unser Unterbewusstsein kolonialisierten und es trumpig trimmten.

Sie sehen ein Täfelchen …

Zauberhafte Mary Christmas

Also, sich über Merry Christmas in diesen Tagen zu echauffieren, halte ich für donquichottesk. Geht nicht, sinnfrei. Dass ich aber mal in einer deutschen Werbung den deutschen Werbern sage, dass sie etwas falsch schreiben … undenkbar! Danke, 2017!

Dann googelte ich die Begriffe Mary und Tchibo in der Hoffnung, dass mir jemand sagt: Na, hör mal, ist doch ein guter Scherz, das mit der Mary. War nix. Einziger Treffer: Tchibo sponsort das Musical Mary Poppins. Kann mir bitte jemand sagen, bitte, bitte, dass das Absicht war? Dass es einen Sinn ergibt, dass ich irgendeinen Bezug nicht verstehen? Hat eine Mary in diesem Jahr die Werbung für Tchibo bestritten? Mary Roos (Sängerin)? Mary Stuart (Königin)? Mary Pierce (Tennis)?

Hilfe!

Und weil ich dem allen misstraue, liebe Enkel des Tchibo-Mannes, will ich euch mal zeigen, wie man es richtig macht, mit ganz viel Kitsch und X-mas(!)-Tschingderassabum (richtige Schreibung). Motto: Wenn schon Xmas-Merry-Santa … dann aber like this … Got me?

2 Kommentare zu "Maria Tchibo"

  1. Tach Herr Lohmann,

    da sind Sie mir zuvorgekommen. Ein ähnliches Bild hatte ich letzte Woche auch in einem Tchibo-Laden gemacht.

    Allerdings ist die „Idee“ mit Mary statt Merry nicht neu. Schauen Sie zum Beispiel hier: http://atheistcards.com/wishing-you-a-truly-mary-christmas/

    Grüße
    Klaus H

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