Gerti macht Familien glücklich

Liebe Eltern, die ihr euch an Heiligabend, 23:54 Uhr anschaut mit rotunterlaufenen Augen und Brandblasenverbänden um die Finger, inmitten eines Chaos aus Geschenkpapier, Schmuckbändeln, Kakaoflecken auf dem Flokati, tränengetränkter Tempos, Spuren von Löschschaum, Nadelresten, verbrannt, und Wachswürfeln, liebe Weihnachts-Eltern, die ihr euch an diesem Abend vornehmt, so etwas nie wieder zu machen, ja, sogar überlegt, eure Kinder zurückzugeben zum Herrgott …

Wenn ihr also nie wieder Ihr Kinderlein, kommet … singen wollt, sondern lieber Ihr Kinderlein, gehet …, wenn ihr also wieder mal an Heilixblechle-was-für-ein-Mistabend! euer Leben auf den Kopf stellen wollt, dann habe ich das Richtige für euch: Fahrt Mitte Dezember 2018 nach St. Johann in Tirol. Auf dem dortigen Weihnachtsmarkt bietet Gerti binnen einhundertfünfzig Minuten die Lösung …

14:30 – 17 Kinderbasteln mit Gerti

Gerti kann’s. Sie hilft euch, eigene Kinder zu basteln, wie ihr es euch wünscht. Leonore, 12, will nach dieser Kur keine Puppen mehr, sondern ein Tagebuch, in dem sie ihre Vergehen fein säuberlich, ja, kathartisch, auflistet: Montag, Zähne nicht geputzt . Dienstag, wieder Zähne nicht geputzt, Mama nicht ihre Lieblingssendung sehen lassen . Mittwoch, Rüdiger Zahnpasta in die Schuhe geschmiert . Donnerstag, keine Zahnpasta mehr …

Rüdiger, 6, verzichtet auf sein neues iPhone und wünscht sich (a) das Buch Nuklearphysik allgemein verständlich und (b) mehr Zahnpasta (um Leonore das mit der Creme in den Schuhen heimzuzahlen) und (c) die zwei Laubsageln von der Tafel, damit er im Herbst 2019 das Laub aus dem Garten mal so richtig sageln kann.

Und beide versprechen, nicht mehr zu mosern, wenn Sie, liebe Eltern, drei Mal in der Woche Calamari mit fetten Fritten essen wollen.

Ideale Welt, oder? Gerti mach’s!

2 Kommentare zu "Gerti macht Familien glücklich"

  1. Bevor man sich Wunschkinder bastelt, könnte man den Bestand an missratenen Nachkommen vielleicht ökonomisch gewinnbringend in osteuropäisch durchsetzten Snackbars – sogenannte Dönerbuden – abgeben. Vermutlich wird das schon lange praktiziert, denn wie sonst sollten die Betreiber dieser Etablissements an das Material für „Kinderdöner“ kommen?

    Diese Praktik ist vor dem Hintergrund des „Wir-machen-den-Weg-frei“-Gedankens sogar erweitert worden, um die von besonders erfolglosen Studierenden belegten Studienplätze wieder verfügbar zu machen: Studentendöner.

    Auf heimlich eingeleitete Maßnahmen der Rentenversicherer (Seniorenrahmschnitzel) möchte ich an dieser Stelle lieber nicht weiter eingehen. Dann doch lieber zu „Soylent Green“ greifen.

  2. Beim Seniorenrahm schaudert es mich ;.)

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