Vor mir die Sinnflut

Ich gebe zu, dieses Bildchen ist (a) zehn Tage alt und (b) nicht von mir geknipst, sondern vom geschätzten deutschmeisterei.deContributor Klaus N. Macht aber nichts, das mit dem Datum, meine ich, weil das Bildchen ω immer noch so auf der Netzseite des famosen Anbieters web.de steht. Wirklich gut. Macht einen prima Eindruck, wenn man seine Seiten so pflegt. Qualitätsjournalismus, wie The Donald ihn in diesen Tagen fordert.

Und daraus lernen wir (eine oder mehrere Optionen denkbar):

  • Die Leser von web.de machen die Betreiber der Seite nicht auf den Unsinn aufmerksam.
  • Die Leser der Seite web.de sehen es nicht.
  • Die Leser machen aufmerksam, aber die Betreiber rätseln, was da falsch sein könnte.
  • Die Leser machen aufmerksam, aber den Betreibern ist es schnurz. Was kümmert sie das Hochwasser von gestern, wenn heute schon neue Sensationen durchs Dorf schieben, Gerhard Schröders Neue zum Beispiel, ein Sack Reis in Kalten- oder in Partenkirchen der Beinbruch des Hamsters der Rentner Else und Paul S.
  • Die Leser machen aufmerksam, aber entblößen sich selbst – ein Blick in die Kommentare zum Bildchen lohnt sich.

Oder …

Oder das Bildchen sagt die Wahrheit. Die krassesten Fotos (Zitat in der Bildunterschrift) thematisieren nur oberflächenwässerlich(!) die Folgen eines Tiefs, in Wirklichkeit stehen sie für eine Flut neuer Sinne oder eines neuen Lebenssinns in diesem Lande. Mal nachdenken, liebe Leser! Wenn Sie den Sinn finden, bitte eine kurze E-Post an mich. Dann lasse ich Sie teilhaben an den Gedanken der intellektuellen Vorreiter von web.de.

Und nun mal was fürs Leben, für den Sinn des Lebens. Was Wort Sintflut hat etwas zu tun mit einer wirklich verheerenden Zerstörung, das Unwetter sollte Ausmaße annehmen, bei denen ganze Landstriche eingeschnürt sind. Bei ein paar nassen Kellern und einer überschwemmten Uferstraße reden wir doch nicht von einer Sintflut. Nein, wir brauchen annähernd biblische Dimensionen: die Schnee-Katastrophe in Schleswig-Holstein Ende der Siebziger – die Oderflut, die Gerhard Schröder (siehe oben) rettete – und natürlich der Tsunami in Thailand.

Oder ein Fehler auf dieser Seite, siehe gestern. Den habe ich korrigiert. Und gleich noch einen, auf den mich Klaus H. aufmerksam gemacht hat. Jetzt hat meine deutschmeisterei wieder einen Sinn, ja, sie fließt über vor Sinnhaftigkeit.

Kommentar hinterlassen zu "Vor mir die Sinnflut"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*