Striegel den Igel!

Meine Ausbilder bei der Freiburger Badischen Zeitung, der immer noch noch verehrten, haben mich auch dies gelehrt (neben: Warum kommst du so spät? – Stell keine doofen Fragen! – Lern Deutsch!): Überprüfe jede Meldung auf ihre Relevanz. Nun, sie werden nicht Relevanz gesagt haben, sondern so etwas wie: Ob’s auch wirklich wichtig sein tät, Kerle! Aber einerlei, ich verstand sie.

Vor diesem Hintergrund lesen Sie bitte einmal die Meldung aus meiner neuen Heimatzeitung, der Nürnberger Zeitung, abgeknipst vor einer Woche, ungefähr, und aufgehoben für Sie zum Schmunzel-Freitag.

Ein israelischer Igel hat 150 Gramm abgenommen.

Hey Nummer eins: Herr, lass mich jetzt nicht das schreiben, das mit dem Sack Reis. Nein, ich schreibe es nicht.

Hey Nummer zwei: Ein Igel, jedenfalls der im Garten hier, hat nicht den Ohwieklammerkollermistigsüß-Faktor eines Eisbär-Babys.

Hey Nummer drei: Sackra! Wo ist die Relevanz? Nun, ich gebe zu, mit diesem Eintrag heute bekommt der Igel eine. Scham, igel mich ein!

Aber muss ich das wissen? Hat es auf mein Leben einen Einfluss? Denke ich jetzt über fette Tiere nach? Organsiere ich eine Tinder-Lichterketten-Party für mehr Kuscheligkeit unter schlanken und vollschlanken Igeln? Und: Warum heißt der Fettigel Sherman und nicht Schwer-Man?

Tja, da hat die Redaktion nicht recherchiert, um das dumme Wort nachrecherchiert (siehe deutschmeisterei.de von Montag, ω nämlich hier) zu vermeiden.

Ich lese es, wundere mich, denke an den Igel im Garten, reime mit Tiegel, geschniegelt, Käseigel, Beagle, Ziegel, geschurigelt und teile Ihnen zu diesem Freitag die Sensation mit: Omar, der süßzahnige Elefantenbulle vom Sambesi, ja, der mit dem Friedens-Tatoo am rechten Ohr, hat heute morgen sein Sahnejogurt-Müsli verweigert.

Ich bleibe dran an dieser Geschichte, auch über das Wochenende, das für Sie ein tierisch angenehmes werde möge, hinaus.

Nachtrag nach abermaligem Lesen. Die Kollegen von der Nürnberger haben meinen Schuss nicht gehört beim Thema Neujahr, siehe Überschrift. Das neue Jahr wird immer mit kleinem neu ausgeliefert, nur in der Grußformel Gutes Neues Jahr darf man auch mal größer.

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