Gurte anlegen beim Lesen!

Mal ehrlich, ich freue mich immer, wenn ich Sie erheitern kann. Ich erheitere Sie programmgemäß freitags. Heute erheitere ich Sie zwei Tage vorher, am Mittwoch. Mit einem Stück aus der unendlichen Geschichte und der bodenlose Tonne meiner Fundstücke aus Lektoraten, die zu tätigen ich die Freude habe – und das Finanzamt erfreut die Bereicherung.

Der Fußmarsch bis zur Chapel verging wie im Flug.

Ist das nicht herrlich. Und ich kann dem Autor, dem unbekannten, der unbekannten Schreiberin nicht mal einen Vorwurf machen. Das passiert. So was passiert. So was schreibt man einfach hin, und wenn es einmal im Manuskript steht, überliest man es einhundert Mal. Bis der Lektor aufschreit.

Das ist der Alltag. In diesem Fall erheitert er uns. Da vergeht das Lesen wie im Pflug, nicht wahr?

1 Kommentar zu "Gurte anlegen beim Lesen!"

  1. Naja, das geht noch, finde ich. Natürlich sollte man als gewissenhafter Autor solche ausgelutschten Metaphern meiden, aber immerhin wird hier eine Fortbewegungsart mit einer anderen verglichen, ganz abwegig ist das also nicht: Jemand ist eine gewisse Strecke gelaufen, und es erschien ihm so leicht und kurzweilig, daß er im Nachhinein meinte, geflogen zu sein. So ähnlich hätte man es vielleicht formulieren sollen, ohne die vorgefertigte Metapher zu benutzen.

    Es geht aber schlimmer. Ich erinnere mich an einen Fachtext, den ich vor langer Zeit einmal lesen musste und in dem die Rede vom „heißen Eisen der Flussbegradigung“ und vom „Nährboden für sozialen Sprengstoff“ war. Da entsteht wirklich dramatisches Kopfkino.

    Was mich wirklich irritiert, ist „die Chapel“. Ich bin überzeugt, dass es dafür ein deutsches Wort gibt, aber es fällt mir ums Verrecken nicht ein. Heiliges Unterhaltungsorchester!

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