Heerschaftszeiten!

Das mache ich doch gerne, das kennen Sie von mir. Ich lege einen kleinen Text vor,⌈!⌋ und Sie grübeln, was da wohl falsch sein könnte, respektive: was auffällig ist. Aber vorher schauen Sie sich diesen letzten Satz noch einmal an und fragen sich, ob das Komma vor und richtig ist. Sie sollen ja an diesem ersten Tag der Woche, nach mehr als einer Woche Pause, auch noch etwas lernen.

Jenen, die sagen, das Komma sei total falsch, rufe ich zu: Sie haben total recht. Und jenen, die sagen, es sei wirklich richtig, rufe ich zu: Sie haben total recht.

Dieses Komma ist fakultativ, und ich erwähne das hier, weil ich in der vergangenen Woche darauf angesprochen worden bin. Ich setze mal die Eckdaten: Wir haben zwei gleichrangige Sätze, verbunden mit und. Von Satz eins auf Satz zwei wechselt das Substantiv von ich auf Sie. Für viele ein Grund, hier ein Komma zu setzen. Müssen Sie aber nicht, sagt der Duden.

Ich tue es dennoch, aber nur, wenn der Satz nach dem fakultativen Komma ein komplexer ist. Die Komplexität eines Satzes messe ich daran, ob er ein Komma hat, ein weiteres, oder nicht. Dieser hat eins. Und wenn Sie mir jetzt vorwerfen, ich machte es nie einfach, dann sage ich: Warum soll ich es mir schwermachen, ich treffe solche Entscheidungen in fremden Texten ungefähr zwanzig Mal am Tag. Da bedarf es eines klaren und einfachen Kompasses, den ich auch noch nach meinem ersten Glas schottischen Whiskys gegen 13:15 Uhr memoriere, als seien es die zehn Gebote.

Habe ich Sie genug abgelenkt? Dann fangen Sie jetzt mal an, den kleinen Texte da oben zu lesen. Wo ist der Haken, wo ist der Stolperstrick, wo ist das Wörtchen, auf das ich heute Ihren Blick lenken möchte?

Lange Pause. Ohhhhhhhhhhhmmmmmmmmmmmmmmmmmm …

Ich löse auf: dritte Zeile von unten. Der Satz heißt …

… er hatte viele Kontakte und eine Heerschar von Beratern um sich gescharrt, darunter viele …

Jetzt haben Sie es: Der Fallstrick lauert zwischen dem Wort Heerschar – ein Heer, das jemand um sich schart, eine Schar. Und dem Verb scharren. Das macht das blinde Huhn, wenn es nach dem sprichwörtlichen Korn sucht. Es scharrt mit den Klauen (heißen die beim Huhn so?), der Stier scharrt mit den Hufen, einige scharren im Dreck.

Natürlich muss es hier nicht gescharrt, mit doppeltem R, heißen, sondern geschart, einfaches R. Und nun lesen Sie bitte die Überschrift zu diesem Text noch einmal sehr genau.

Es folgt: die Frage der Woche, jede Frage, die mich die ganze Woche über begleiten wird: Ist das nun ein Homonyme oder ist es keins?

Es ist keins. Denn es wird nicht gleich gesprochen. Wobei ich lokale oder regionale Abweichungen durchaus zugestehe. Ich gehe aber grundsätzlich bei der späteren Aufbereitung aller Homonyme von dem idealen Sprecher aus, der in Göttingen geboren wurden und sich bei der „Tagesschau“ als Nachrichten-Vorleser handverlesen vorstellt. Der unterscheide-spricht klar zwischen scharen und scharren.

Und damit habe ich wieder eine elegante Überleitung geschaffen zum Thema, das mich noch bis zum Ende dieses kleinen, feinen Tagebuchs, am 29. Juli 2021, beschäftigen wird. Die Sammlung der Homonyme.

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deutschmeisterei.de – Die größte Homonym-Sammlung im Netz
Ich habe neue Homonyme sammeln können und mache damit weiter. Derzeit sind es über 300. Das Thema wird mich also noch eine Weile beschäftigen. An jedem Tag veröffentliche ich so um die 20 – 30 neue. Heutiges Plus: 54.

Schauen Sie unten in die Liste. Alle neuen Homonyme von Punkt 266 an habe ich in Rot gehalten.

Zur Erklärung Homonym ist natürlich volles Griechisch und heißt so viel wie gleichlautend. Homonyme sind Wörter, die gleich lauten (und natürlich im besten Falle auch gleich geschrieben werden), aber verschiedene Bedeutungen haben.

Zum Hintergrund Die deutschmeisterei.de wird nach genau zehn Jahren am 29. Juli 2021 zum letzten Mal erscheinen. Bis dahin möchte ich die größte Sammlung an Homonymen im deutschsprachigen Netz zusammengestellt haben. (alter Text:) ω Wikipedia hat derzeit noch mehr. Hey, aber was ist Wikipedia gegen die Intelligenz meines Schwarms? Diagnose: machbar. Das geht natürlich nur mit Ihrer Hilfe und mit Aufrufen in anderen Medien. Ich habe eine Latte(!) davon (auch ein Homonym übrigens, Punkt 254); ich werde alle Zug um Zug (siehe Homonym Punkt 97) nachtragen.

Mess-Instanz Wikipedia Homonyme, die schon in der Liste auf Wikipedia aufscheinen, werden nicht angenommen. Bereits vorhandene sind mit einem blauen (wiki) gekennzeichnet. Eine feine Liste finden Sie ebenfalls hier, ω deutsch und deutlich. Ich werde mir die Zeit nehmen müssen, deren Liste mit der deutschmeisterei.de-Liste abzugleichen und hier Doppelungen zu streichen.

Listen-Erkenntnis Nach etwas mehr als einer Woche tun sich Welten auf. Und eine Er- und ein Bekenntnis: Einige Homonyme sind so gestrickt, dass meine Eltern sie nur unter Rotwerden und nach zwei Schoppen (siehe Punkt 169) hätten nennen wollen. Ich habe bisher deren Zurückhaltung als Maßstab genommen. Das ist vorbei. Homonyme dürfen auch aus Regionen unterhalb des Bauchnabels (siehe Punkt 200) stammen mit einer gewissen Deftigkeit. Das war erstens.
Zweitens
denken Sie über die hier namentlich auftauchenden Kontributoren nichts Schlechtes. 99 Prozent der als Flachwitz klassifizierbaren Homonyme stammen aus meinem Hirn, zum Einordnen: siehe Punkt 206, beispielsweise.

Weit vorn Ich streiche mal gedanklich den Satz ω Wikipedia hat derzeit noch mehr. Und behaupte nun steif und fest, dass die deutschmeisterei.de die großte Homonym-Sammlung im deutschsprachigen Netz präsentiert. Mal abgesehen davon, dass – Stand: heute – die Liste der noch nicht veröffentlichten fast ähnlich lang ist wie die der bereits veröffentlichten.

Ich fordere Sie dennoch auf: Schicken Sie mir Homonyme. Ich werde sie veröffentlichen, wenn Sie wünschen sogar mit Namensnennung.

Aber nun … 

_______________ … DIE HOMONYME____________

  1. Hau drauf! (Aufforderung am Boxring) vs. Haudrauf (Charakter-Klassifikation)
  2. Merz (Ex-Kanzleranwärter-Kandidat) vs. März (aktueller Monat)
  3. Granate (Frau mit Pfiff) vs. Granate (Waffe mit Pfiff)
  4. Maske (modisches Accessoire der Zwanzigerjahre) vs. Maske (Hautschutz durch Kosmetikerinnen)
  5. Brille (auf der Nase) vs. Brille (die unterm Hintern)
  6. Entgleisung (wg. Lokführer am Smartphone) vs. verbaler (Sie Möchtegern-Lukas von einem Lokomotivführer, Sie!)
  7. Buße (katholisch) vs. Buße (Knöllchen)
  8. Bude (zum Verkauf von Souvenirs und Bier im Stadion) vs. Bude (Sportmoderatoren-Deutsch für Tor im Stadion; siehe Punkt 46, Laden)
  9. Schiff (Kreuzfahrer-Behausung) vs. Schiff (Teil einer Kirche für Fahrten zum Kreuz)
  10. Nagel (Ding, mit dem man das nächste Beispiel an der Wand befestigt) vs. Nagel (Körperteil, auf den man beim befestigenden Hämmern besonders achten soll)
  11. Spiegel (Wand-Dings zum Reinschauen) vs. Spiegel (Gemüse-Dings auf dem Teller unterm Fleisch)
  12. Bett (Ding mit Matratze) vs. Bett (wie Spiegel, Teller-Dings)
  13. Regen (Himmels-Wasser) vs. regen (sich zu, bringt Segen)
  14. Himmel (Sternenort) vs. Himmel (fehlt im Auto nur bei Cabrios) (wiki)
  15. Pool (zum Baden) vs. Pole (Position beim Rennen) vs. Pole (Stange zum Tanzen) (siehe Kommentarspalte vom 17. April 2021)
  16. Lampe (Ding mit Schnur und Licht) vs. Lampe (Meister, Freund von Fuchs beim Gutenachtsagen und Gegner vom Igel beim Rennen)
  17. Astra (Vakzin für 60plussige) vs. Astra (Bier für alle) vs. astra (per et ad, Angeberdeutsch für: interstellar reifen)
  18. Bar (Ort für Hochprozentiges) vs. Bar (Druckmiss-Einheit) vs. bar (Euro-Scheinchen)
  19. Rahmen (Bildumrandung) vs. Ramen (japanische Nudelsuppe, vgl. Text oben)
  20. Flies! (Aufforderung, sich endlich um die Verschönerung des Bades zu kümmern) vs. Vlies (Stoff, manchmal ω golden, macht dann Tiere sprechen)
  21. Kuli (Schreibgerät mit Mine) vs. Kuli (Tagelöhner in Mine)
  22. ausgefallen (Geschmack) vs. ausgefallen (Zug, Haar)
  23. Bikini (Atoll) vs. Bikini (auch toll)
  24. Urlaub (liegt mal wieder an) vs. Urlaub (liegt schon seit Menschengedenken)
  25. Bedacht (vorsichtig und nachdenklich handeln) vs. bedacht (das Haus nach oben absichern gegen Witterungseinflüsse)
  26. Morgen (Tageszeit) vs. morgen (der kommende Tag) vs. Morgen (Tageswerk-Angabe für Landwirte)
  27. Flur (von dem Zimmer abgehen) vs. Flur (und Wald und auf der Heide)
  28. Rat (zum Geben) vs. Rad (zum Treten)
  29. Hasenfuß (in dem steckt ein Viertel der Antriebskraft des Tieres im Lauf gegen den Igel) vs. Hasenfuß! (Anwurf der Charakterschwäche im Kampf gegen den Igel)
  30. Schnee (einmal aus Wolken) vs. Schnee (mal durch die Nase atmen) vs. Schnee (umgangssprachlich der von gestern: wertloser Kram)
  31. umfahren (Passant überlebt) vs. umfahren (Passant stirbt); mit Verlaub: der Klassiker (wiki) 
  32. abgedreht (um die Ecke gebogen) vs. abgedreht (verschroben)
  33. modern (Stadium vorm Schimmeln) vs. modern (zeitgeistig sein wollen) (wiki) 
  34. Abführmittel (Magen) vs. Abführmittel (ω Handschellen, runde Acht, Polizeijargon) mit Dank an Markus Krebs
  35. gerissen (Schaf) vs. gerissen (Geduldsfaden) vs. gerissen (Tat-Moral vor Einsatz des Abführmittels)
  36. Drossel (Vogel) vs. drossel! (Imperativ als Aufforderung zur Tempoverlangsamung)
  37. verfahren (ohne Navi unterwegs) vs. verfahren (Situation) vs. Verfahren (mit Richter)
  38. Messe (sonntags) vs. Messe (Verkaufsausstellung) vs. messe! (Aufforderung eines grammatikfernen Elektrikers, den Zollstock zu holen)
  39. Zinken (mit dicker Nase markieren) vs. zinken (die Asse markieren)
  40. Pfeife (zum Rauchen) vs. Pfeife (zum Musizieren) vs. Pfeife (Du Versager!)
  41. Party (feiern) vs. Partie (mit von derselben sein, wenn man reich einheiratet)
  42. Mühle (klappert am rauschenden Bach) vs. Mühle (die Falle klappt auf dem Brett zu)
  43. Fliege (fliegt wild rum) vs. Fliege (fest am Hals) vs. Fliege (Mach! dieselbe …)
  44. Flamme (im Kamin) vs. Flamme (Angebetete vor dem Kamin)
  45. Schimmel (wiehert) vs. Schimmel (stinkt schon)
  46. Laden (Geschäft) vs. laden (Gewehr) vs. Laden (vor dem Fenster) vs. Laden (Tor, der Hüter desselben bekommt ein paar in den Laden, siehe Punkt 8, Bude) vs. Laden (Bin, tot)
  47. Ladenhüter (ukrainischer Türsteher vor Juweliers) vs. Ladenhüter (Resterampe)
  48. Säule (riesig dorisch) vs. Säule (klein, schwäbisch, schweinisch)
  49. Pute (Tier im Gras) vs. Pute! (Ausruf)
  50. Gras (Tierauslauf) vs. Gras (zum Rauchen!)
  51. Bank (zum Sitzen) vs. Bank (fürs Moos) (wiki) 
  52. Moos (auf der Bank) vs. Moos (unterm Baum)
  53. klamm (ohne Moos) vs. klamm (feucht) vs. Klamm (Engschlucht-Gebiet, oft feucht) vs. clam (lateinisch für heimlich, siehe ω Etymologie am Fuß des Beitrags)
  54. Dame (Eleganz) vs. Dame (Spielkarte) vs. Dame (Spielfigur) Dame (Spiel)
  55. Erde (Planet) vs. Erde (darin blüht’s im Garten) vs. erde! (dich. Aufforderung, mit den Füßen auf der Gartenerde zu bleiben) (wiki) 
  56. Milchglas (schaut man nicht durch) vs. Milchglas (ist Milch drin, schaut man auch nicht durch)
  57. Corona (ω Märtyrerin und Heilige) vs. Corona (Schlimmding) vs. Corona (Bier aus Mexiko) vs. Corona (Ansammlung unter Akademikern). Mit Dank an meinen Freund Tom Z.
  58. Märtyrer (stirbt am Kreuz) vs. Mehrtürer (Auto). Der ist leider nicht von mir.
  59. ist (Form von sein) vs. isst (Beschäftigung im Dasein)
  60. gleich (sehr, sehr, sehr ähnlich sein) vs. gleich (jetzt, dauert keine fünf Sekunden mehr!)
  61. Armleuchter (hängt im Schloss) vs. Armleuchter (glaubt wirklich an Schlossgeister)
  62. fortfahren (im Auto sportlich Gas geben) vs. fortfahren (bei der Rede rhetorisch Gas geben)
  63. Perle (glänzt geputzt) vs. Perle (glänzt durch Putzen) vs. Perle (zwischen Duisburg und Hamm Ausdruck für Dame an seiner Seite, „… kommse nach Erle, klaun se dich Perle …“)
  64. Geschoss (fliegt einem um die Ohren) vs. Geschoss (Anlandeorientierung für Aufzüge)
  65. Masse (ganz schön viele) vs. Maße (Einheit zum Messen der vielen). Könnte fallen, dieser Ansatz.
  66. Standarte (hat der Bundespräsident am Auto) vs. Standard (Norm für die Maße des Bundespräsidenten-Fähnchens). Bei diesem Einsatz sehe ich standardmäßig Streichgefahr.
  67. Streich (Maxens und Moritz’ Jargon und Lebensinhalt) vs. streich! (Malerjargon) vs. streich! (BWLler Jargon angesichts von Mitarbeiterlisten)
  68. Band (als Maskulin zum Lesen) vs. Band  (als Feminin zum Hören) vs. Band (als Neutrum zum Zusammenbinden)
  69. Haus (zum Wohnen) vs. Haus (volles, beim Karteln)
  70. weg (eben noch da – und jetzt?) vs. Weg (Substantiv, hinter der Gabelung links: das Ziel)
  71. Wohl (zum!) vs. wohl (Abtönpartikel; da war ihm wohl unwohl)
  72. Ahorn (kanadischer Wahrzeichen) vs. A Horn! (Bayerisches Wahrzeichen, Beule nach der Wirtshausschlägerei). Streichkandidat!
  73. Laufbursche (immer fix im Rahmen, siehe Punkt 19, von Punkt 74 unterwegs) vs. Lauf, Bursche! (Ausruf von Hansi Flick an Thomas Müller)
  74. Service (Gedeck aus Porzellan) vs. Service (Personal fürs Gedeck, oft Laufburschen)
  75. Backfisch (wird braun in der Pfanne) vs. Backfisch (wird rot im Gesicht)
  76. Rechte (werden gerade eingeschränkt bis zur Impfung) vs. Rechte (Cassius Clay) vs. Rechte (ohne Worte). Siehe auch Punkt 140
  77. aussetzen (du bist dran, ich verzichte!) vs. aussetzen (Hund zum Sommerbeginn an der Autobahn)
  78. Grad (Celsius) vs. grad (eben) vs. Grat (Berg) vs. Krad (brummbrumm!)
  79. wollen (Verb und seine Spielarten) vs. wollen (aus Wolle bestehend). Mit Dank an Klaus H.
  80. Wollust (Todsünde) vs. Wolllust (Spass am Hand-Werk)
  81. Park (Grünanlage und damit Schutz vor Autos) vs. park! (das Auto loswerden wollen, weil die Grünanlage lockt)
  82. pack! (Aufforderung, aus dem Auto Dinge zu laden für die Erholung in der Grünanlage ) vs. Pack! (Ausruf in Homonym 81, wenn andere die Bank, siehe Punkt 51, besetzt haben)
  83. Tablett (zum Service, Punkt 73, 74) vs. Tablet (flacher Computer)
  84. Gebote (Moses auf dem Berg Sinai) vs. Geh, Bote! (Aufforderung des Volks Israel an Moses, sich zu trollen)
  85. mähen (der Landmann mit der Sense) vs. mähen (das Zicklein mit der Stimme). Mit Dank an Klaus H.
  86. Locken (Haupthaarkräuselungen extrem beim Schwarm) vs. locken (was die Umschwärmte mit den Locken macht)
  87. Schwarm (die mit den Locken aus dem Punkt vorher) vs. Schwarm (es fischelt in Massen, siehe Punkt 65)
  88. Füllen (Pferdchen, siehe nächster Punkt) vs. füllen (etwas gut vollmachen)
  89. Pferdchen (Zossen auf der Weide) vs. Pferdchen (unter der Haube)
  90. Weide (stehen der Zossen aus Punkt 89 drauf) vs. Weide (steht der Zossen aus Punkt 89 vielleicht drunter)
  91. Mobiles (die kleinen Imwindwiegenden über der Wickelkommode) vs. mobiles (Telefonieren, zum Beispiel, oder Einsatzkommando) Mit Dank an Klaus H.
  92. Dachs (Tier) vs. DAX (InDAX … Index) vs. Dachs (Genitiv der Bedachung) vs. D-A-CHs (BWLer-Deutsch für Deutschland-Autria-Chwisterland)
  93. Börse (Ort für DAX-Poker) vs. Börse (leer, wenn Sie den DAX-Poker vergeigen)
  94. acht (Zahlwort) vs. Acht (sich in selbige nehmen) vs. Acht (Verbannung)
  95. Lager (zum Ruhen) vs. Lager (zum Kugeln)
  96. Bohnenstange (Halterung für Gemüse) vs. Bohnenstange (Anforderung von Lagerfeld)
  97. Zug (Schiene) vs. Zug (Zigarette) vs. Zug (Schach) vs. Zug (durch die Gemeinde) Mit Dank an meinen Freund Tom Z.
  98. Orangen-Haut (Genuss-Zone, lecker, auch geschält, wenn nicht gespritzt) vs. Orangenhaut (Problemzone)
  99. Genuss (lecker!) vs. Genus (rein geschlechtlich). Ich ahne die Proteste.
  100. Weizen (stramm auf dem Feld und im Brot) vs. Weizen (sanft in der Kehle und im Abgang)
  101. Nachwuchs (schreit im Laufstall) vs. Nachwuchs (leuchtet auf dem Kopf)
  102. Gel (gegen den Nachwuchs aus dem Punkt davor) vs. gel (Adjektiv, macht im Kinderlied der Safran mit dem Kuchen)
  103. heute (schauen Sie auf den Kalender) vs. heute (Tagwerk des Bauern bei der Ernte, vom Verb „heuen“) vs. häute (wenn ein anderes Tier als ein Vogel mausert) vs. Häute (das, was der Indianer abzieht)
  104. Leute (zum Beispiel Leser, Sie!) vs. läute! (Bimmel-Imperativ)
  105. Feder (Schreibutensil) vs. Feder (Metallteil zur Dämpfung) vs. Feder (Holzteil zum Verbinden zweier Platten) vs. Feder (Vogelteil). Mit Dank an Herrn M.
  106. Harz (Mittelgebirge) vs. Harz (aus dem Baum) vs. Hartz (IV). Ich ahne die Proteste, wegen Eigennamen Peter Hartz.
  107. Programm (zur Darbietung) vs. pro Gramm (Maßeinheit)
  108. Alptraum (Böse-Nacht-Indikator) vs. Alb-Traum (die böse Nacht des Albs).  Ich ahne die Proteste.
  109. Fummel (Kleidung, eher abschätzig gemeint) vs. fummel! (Aufforderung zur Erkundung unter den Fummeln)
  110. Ring (Ehe) vs. Ring (Sportplatz für Box-Haudraufs, siehe Punkt 1) vs. Ring (Leucht-Augen-Verursacher bei Wagner-Fans)
  111. Boxen (Sport für Haudraufs, siehe wieder Punkt 1) vs. Boxen (Verpackungsbehälter) vs. Boxen (kommt Musik raus)
  112. Stuhl (ja, das muss sein, weil es stimmt: Gang) vs. Stuhl (Möbel)
  113. Brand (Feuer) vs. Brand (Nachdurst) vs. Brand (Haut, Krankheit)
  114. Zahn (ein Fall für Dentisten) vs. Zahn (Ding aus der Reserve, das man zulegen kann) vs. Zahn (meist steil, vor allem aber weiblich, siehe auch Punkt 3, Granate)
  115. Krone (noch ein Fall für Dentisten) vs. Krone (und ein Fall für Royalisten)
  116. Fuchsschwanz (leuchtet bei ω Reinike) vs. Fuchsschwanz (leuchtet silbern im Baumarkt) vs. Fuchsschwanz (leuchtete in den Achtzigern am Manta)
  117. Knete (zum Basteln) vs. Knete (Geld) vs. knete! (Aufforderung eines Grammatikfernen an den Masseur)
  118. Fahne (wimpelt so rum im Winde) vs. Fahne (alkoholt so rum vor der Nase)
  119. Schachtel (Kultgegenstand aus dem Laden für Verpackungsdesign) vs. Schachtel (meist in Verbindung mit: „alte“ – Frau, abschätzend)
  120. Wein (schmeckt!) vs. wein! (parallel zu Andi Möller: heul doch!)
  121. Rüde (Substantiv, wuff und männlich) vs. rüde (Adjektiv, oft Suff, oft männlich)
  122. Block (mal eben um denselben gehen) vs. Block (mal eben was aufschreiben) vs. Blog (Genus: das Weblog, lesen Sie, wenn Sie die deutschmeisterei.de aufrufen)
  123. Bock (springt lustvoll hoch) vs. Bock (springt lustlos ab, hat keinen …)
  124. fielen (kennen wir, dem Erdboden so nah) vs. vielen (unbestimmtes oder auch indefinites Zahlwort) Mit Dank an Herrn M.
  125. Rheinfall (Schaffhausen) vs. Reinfall (Pleite)
  126. Münster (Kirchleins in Freiburg und Ulm) vs. Münster (Stadt des gleichnamigen Friedens) vs. Munster (ohne Ü, Käse)
  127. Waschlappen (reinigt) vs. Waschlappen (läuft weg, wenn die großen Jungs kommen); vgl auch Punkt
  128. Absatz (macht Geschäftsleute fröhlich) vs. Absatz (macht Bein fröhlich) vs. Absatz (mache ich fröhlich nach dieser Zeile)
  129. Schein (im Portemonnaie) vs. Schein (aus der Taschenlampe) vs. Schein (zum wahren Wahren)
  130. war (ist nun vorbei) vs. wahr (gilt dagegen ewig). Ein Klassiker!
  131. Ton (Klang) vs. Ton (Bodenart). Mit Dank an Herrn M.
  132. Beton (Baustoff) vs. beton! (Ausruf der Gesangslehrerin)
  133. Backe (oben: die Wange) vs. Backe (unten: die Hälfte des Gesäßes) vs. backe! (Imperativ aus der Mehlstube)
  134. Linse (die aus dem Auge) vs. Linse (die zum Fisch)
  135. Rolle (aus Papier) vs. Rolle (aus dem Fernsehen)
  136. Pilz (der auf dem Teller) vs. Pilz (stört die Grünen beim Draußenheizen) vs. Pilz (der am Fuß) vs. Pils (aus Pilsen)
  137. Modell (Heidis und anderer Agenten Bohnenstangen, siehe Punkt 96) vs. Model (Musterform aus Holz)
  138. Flugs (Genitiv in 10.000 Metern Höhe) vs. flugs! (Aufforderung, gannnnnzzzz schnell in die Pötte zu kommen)
  139. Flecks (Genitiv vom Hemdschmutz) vs. flex! (Aufforderung, die Anschaffung aus  dem Baumarkt jetzt sofort statt der Laubsäge zu testen)
  140. Linke (Cassius Clay, siehe Punkt 76) vs. Linke (Partei und Denkungsart)
  141. weiß machen (macht der Maler) vs. weismachen (macht der Schönmaler)
  142. Hammer (Handgerät) vs. Hammer! (Ausruf von Sprachreduzieren unter 30) vs. Hammer (Knochen im Ohr 01). Mit Dank an Herrn M.
  143. Amboss (Schmieds Haudrauf) vs. am Boss (Ausdruck für Schleimer) vs. Amboss (Knochen im Ohr 02). Mit Dank an Herrn M.
  144. Steigbügel (Reiters Hilfe) vs. Steigbügel (Knochen im Ohr 03). Mit Dank an Herrn M.
  145. lesen (Buch) vs. lesen (Traube)
  146. Sattelschlepper (Vierzigtonner) vs. Sattel-Schlepper (guter Geist im Wilden Westen)
  147. Zwinger (für Hunde mit Biss) vs. Zwinger (ω Dresden, hat mit dem Käfig für Hunde nichts zu tun) vs. Swinger (Mensch mit lockermoralischem Lebensentwurf)
  148. Feige (Frucht) vs. feige (Adjektiv und Eigenschaft)
  149. Vorort (außerhalb der Stadtmauern) vs. vor Ort (direkt dabei auf 90,3)
  150. Cabriolet (fährt offen bis Capri, siehe auch Punkt 14) vs. Capri, ole! (Spanier bei der Ankunft im Hafen der Insel). Ich ahne die Proteste.
  151. Hering (schwimmt im Meer) vs. Hering (hält stramm das Zelt)
  152. Lippe (ist offen zum Küssen) vs. Lippe (hält dich, aus Gummi)
  153. Umschlag (kalt um die Wade) vs. Umschlag (umhüllt den Brief) vs. Umschlag (beim Boxen fällt der Gegner) Umschlag (Absatz, siehe Punkt 128, an der Containerhafen-Kante). Mit Dank an Klaus H. und Tania A.
  154. Pech (macht Unglück) vs. Pech (schwefelt)
  155. bedient (der Service ist eingespielt) vs. bedient (sein, die Nase bis oben gestrichen voll haben)
  156. Heft (zum Schreiben) vs. Heft (Griff bei Waffen) Mit Dank an Herrn M. Und wir lernen hier, liebe Schüler, dass der feine Ausdruck „das Heft des Handelns nehmen“ nichts zu tun hat mit eurer Schreiberei oder Rechnerei.
  157. verwahren (alles tief in die Box stecken, dass es keinen Schaden nehme) vs. verwahren (Politikerdeutsch: empört sich gegen etwas wenden und zurückweisen, vor allem gegen Unterstellungen)
  158. Scheinwerfer (macht Licht) vs. Schein-Werfer (Schnöselkinders Bezeichnung der geldscheißenden Eltern). Hält im Zweifel einer Überprüfung nicht stand, ich weiß.
  159. Fuchs (hat die Gans gestohlen) vs. Fux (auch: Fuchs; Neuling in einer Studentenverbindung) vs. Fuchs (Panzer)
  160. Mörser (kurzrohriges Geschütz, zerstört) vs. Mörser (Zubereitungsbehältnis für die Pesto, zerstampft)
  161. Kamm (Haarpflege, bei der man alles über einen schert) vs. Kamm (Gebirgsmarschziel zwischen zwei Gipfeln) vs. Kamm (Hautlappen auf dem Hühnerkopf). Mit Dank an Herrn M.
  162. Feger (staubt ab und weg) vs. Feger (oft: heißer, räumt ab)
  163. Schnitte (Brot) vs. Schnitte (Manta-Fahrer-Deutsch für Feger, Vorname in der Regel: heiß, siehe Punkt 162 ). Mit Dank an Klaus H.
  164. Appel (umgangssprachliches Kernobst) vs. Appell (dringende Bitte, umgangssprachliches Kernobst nicht zu essen) Mit Dank an Klaus H.
  165. Zopf (hängt am Kopf) vs. Zopf (windet sich als Gebäck). Mit Dank an Mirjam H.
  166. Ruf (erschallt im Raum) vs. Ruf (eilt einem voraus, meist aber hinterher) vs. Ruf (zieht den Professor auf den Lehrstuhl, die Professorin übrigens auch)
  167. sagen (Mund auf, Zunge bewegen) vs. Sagen (was so im klassischen Altertum gesagt wurde). Mit Dank an Klaus H.
  168. Schlüssel (steckt im Schloss) vs. Schlüssel (steckt am Partitur-Anfang voller Musik)
  169. Shoppen (Einkaufen als Sport) vs. Schoppen (einen oder drei heben; in Würzburg gibt es den ω Brückenschoppen) vs. schoppen (die Ärmelchen zusammenschieben). Mit Dank an Chris W.
  170. pervers (abartig) vs. per Vers (Zahl- und Zählart beim Lyriker)
  171. Bogen (Rundbauteilchen) vs. Bogen (Geigers Streiche) vs. Bogen (der Gigolo beim Eintanzen, etwas raushaben)
  172. Tanzende (Gigolo und Partnerin beim Bogenraushaben-Suchen) vs. Tanz-Ende (die Letzte macht das Licht aus)
  173. gar (Abtöner, etwas so gar nicht können) vs. gar (Essen ist fertig!)
  174. Penne (Umgangssprachlich für Schule) vs. Penne (Nudel-Schule)
  175. Heuer (bekommt der Seemann) vs. heuer (in diesem Jahr, jedenfalls südlich des Mains) Mit Dank an Klaus H.
  176. Ähre (steht auf dem Feld im Wind) vs. Ehre (habe dieselbe!)
  177. Ladung (auf LKW oder Schiffe geladen) vs. Ladung (umgangssprachlich: Menge) vs. Ladung (elektrische) vs. Ladung (meist zu Gericht)
  178. Veilchen (blüht im Garten) vs. Veilchen (glüht ums Auge). Mit Dank an Andrea S.
  179. Holger (Männername) vs. hol Ger! (Aufforderung beim Schlachten im Mittelalter). Gut, dieses Beispiel ist auch nicht satisfaktionsfähig.
  180. Plätzchen (im Frühstau zu Berge auf die Hütte – und oben eine tolle Aussicht) vs. Plätzchen (etwas Süßes)
  181. Kurve (auf dem Weg zur Hütte da oben von Punkt 180) vs. Kurve (Holz vor der Hütte)
  182. Kröten (im Teich) vs. Kröten (im Portemonnaie, umgangssprachlich). Mit Dank an Klaus H.
  183. Grüntee (jeden Morgen frisch in die Tasse) vs. grünte (in der Dritten, Singular: wenn die Belcanto, siehe Text oben, sproß)
  184. Panzer (Waffengattung) vs. Panzer (Schutz vor Waffen, auch bei Tieren). Mit Dank an Herrn M.
  185. Raute (geometrische Figur) vs. Raute (Logo des HSV) vs. raute (in der Dritten, Singular: etwas mit einem stoffaufwiegelnden Gegenstand behandeln)
  186. Faden (steht neben Garn und Nadel) vs. faden (Adjektiv; Feststellung über Besucher einer Ausstellung) vs. Pfaden (auf denen man unterwegs zur Ausstellung ist)
  187. Verband01 (bringt Heilung ums Knie) vs. Verband02 (Organisationsform) vs. Verband (maritimes Zusammengehören, Teil einer Flotte) vs. verband (Verbform zu Verband 01 und 02)
  188. Herz (pumpt) vs. Hertz (Einheit in der Naturwissenschaft) vs. Hertz (Autovermietung)
  189. Bart (Haarteil, kinnlicherseits) vs. Bart (Schlüsselteil). Mit Dank an Herrn M.
  190. Kreuzfahrer (um 1200 mit Mann und Maus ins Heilige Land) vs. Kreuzfahrer (bis 2020 mit der Aida und Mann und Maus ins Heilige Land)
  191. Habe (alles dabei auf dem Kreuzzug) vs. habe (Im ganzen Satz: Auf der Aida habe! ich alle Habe! und keine Angst). Mit Dank an Klaus H.
  192. Stil (hat Frau, hat Mann) vs. Stiel (hat Besen)
  193. Füßchen (zeigt sie her!) vs. Füßchen (Gerät am Fuß, bringt Singers Nähmaschine zum Singen). Mit Dank an Chris W.
  194. Gerät (gibts im Baumarkt) vs. gerät (unter die Räder – bestens)
  195. Grätchen (Gräte in einem Goldfisch) vs. Gretchen (Opfer und Befragte bei Goethes Faust). Tschulligung, der musste raus!
  196. Ehe (Bund fürs Leben) vs. ehe (man sich’s versieht, wird’s im Ehe-Bund zu bunt). Mit Dank an Andrea S. Ein Klassiker!
  197. seid (von sein) vs. seit (von gar nichts, aber zeitlich). Mit Dank an Andrea S. Ein Klassiker!
  198. wider (gegen alles) vs. wieder (alles noch einmal). Mit Dank an Andrea S. Ein Klassiker!
  199. Flasche (Wasser) vs. Flasche! (erfolgloses Weichei). Mit Dank an Andrea S.
  200. Nabel (finden Sie meist oberhalb des Gürtels) vs. Nabel (der Welt, sich selbst als eben den nehmen)
  201. Auge (zum Gucken) vs. Auge (mitten im Hurrikan) vs. Auge (Punkte auf dem Würfel) vs. Auge (Unebenheit auf einem Stück Gemüse). Mit Dank an Andrea S. und Klaus H.
  202. Klatsch (Bruder von Tratsch) vs. klatsch! (Da capo! Da capo!) vs. klatsch! (ω Dr.-Erika-Fuchs-Deutsch zu Türstehers kurzer Armbewegung zum Veilchen, Punkt 178) vs. ω Clutch (Damenhandtäschchen)
  203. Lasche (geht nach Mike Krüger der legendäre Nippel durch) vs. lasche (Adjektiv, beamtenhafte Dienstauffassung donnerstags direkt nach „Mahlzeit“)
  204. Riegel (Sperrvorrichtung) vs. Riegel (Nahrungsmitteldarreichungsform) vs. Riegel (fußballersprachlich für Abwehr, undurchdringbar). Mit Dank an Herrn M.
  205. Mercédès (Vorname, Nachname: Jellinek) vs. Mercedes (Mädchenname: Jellinek, dann: Benz, weltbekannteste Automarke nach einem Vornamen). Mit Dank an meinen Freund Tom Z.
  206. Mutante (Abart von Covid) vs. Muh-Tante (Alm-Öhis Schwester Rosi oben auf der Alm). Ich fürchte, den muss ich streichen irgendwann.
  207. Belcanto (musikalische Disziplin des Schöngesangs im 17. Jahrhundert) vs. Belkanto (Kletterrose)
  208. Pole (eben nicht der Ungar) vs. Pole (Globus oben und unten, kalt) vs. pole! (bring das Kabel endlich an den Strom, du Pole!)
  209. Krümel (bleibt nach dem Früh-Stück morgens im Bett) vs. Krümel (Dreikäsehoch)
  210. Volte (Kunstgriff beim Kartenspiel, durch den beim Mischen eine Karte an die gewünschte Stelle gelangt) vs. Volte (das Reiten eines Kreises von kleinem Durchmesser) vs. Volte (seitliches Ausweichen beim Fechten) vs. Volte (della Ornellaia, großer italienischer Wein). Mit Dank an Klaus H.; der Tropfen geht auf mich.
  211. Hitze (über 35 Grad und keine Oase in Sicht) vs. Hitze (hat die Hündin periodisch). Mit Dank an Andrea S.
  212. Kotze (Ekel am Morgen) vs. Kotze (trachtiger, ärmelloser, grob gewirkter Schutzmantel für den Waidmann). Mit Dank an Klaus H.
  213. Rattenschwanz  (Ratte hinten) vs. Rattenschwanz (Männchen hinten, Frisur) vs. Rattenschwanz (allerlei Dinge, die hinten dran hängen, meist Probleme)
  214. Platz (Horrorort für ω Agoraphobiker) vs. Platz (Stühlchen im Café) vs. Platz! (Aufforderung an Hunde, sich zu platzieren) vs. platz! (blutiges Ende von Hunden, die die Aufforderung zu wörtlich nehmen)
  215. Computer (spanisch: ordenador, siehe Thema des Tages) vs. komm, Puter! (täglicher Snack oder Schnack, siehe nächstes)
  216. Schnack (mal eben übern Gartenzaun Weltneuheiten austauschen) vs. Snack (’ne Leberkässemmel und ein Snickers)
  217. Fass (ist Wein drin oder Sauerkraut) vs. fass! (tut der Wachhund, wenn er Punkt 214 richtig begriffen hat). Mit Dank an Andrea S.
  218. Paar (immer zweisam) vs. paar (immer mehrere) vs. Par (erfreut den Golfer)
  219. harrt (Präsenz, 3. Person, ist ausdauernd und unnachgiebig) vs. hart (Adjektiv, unbiegsam)
  220. Uhr (Zeitmesser) vs. ur (superalt). Mit Dank an Andrea S.
  221. Kanzel (sitzt der LKW-Fahrer drin) vs. Kanzel (predigt der Pastor runter)
  222. Laie (hat keinen Schimmer) vs. Leihe (gib’s mir in vier Wochen zurück)
  223. Blutsauger (saugt Blut aus) vs. Blutsauger (beutet Menschen aus). Mit Dank an Andrea S.
  224. Bremse (Blutsauger, siehe Punkt oben) vs. Bremse (bei 2oo lebensrettendes Pedal 75 Meter vor der Haarnadelkurve). Abermals mit Dank an Andrea S.
  225. Diener (Dienstleistungsberuf) vs. Diener (Körpersprache, leicht gebeugt). Mit Dank an Klaus H.
  226. blau (Farbe) vs. blau (Zustand). Mit Dank an Klaus H.
  227. Base (Chemisches) vs. Base (Tante, aber auch Kusine oder Cousine)
  228. Schelle (es klingelt) vs. Schelle (es verbindet) vs. Schelle (es schallt an der Wange). Mit freundlicher Hilfe von Klaus H.
  229. Birne (Obst) vs. Birne (Lampe) vs. Birne (Abriss) vs. Birne (Spottname für unseren Ex-Kanzlers). Mit freundlicher Hilfe von Klaus H.
  230. Lüstern (der Kronleuchter im Dativ Plural) vs. lüstern (Zustand von Menschen, denen die Kronen leuchten vor Lüst)
  231. Terz (Musiksprung) vs. Terz (bitte mach keinen!)
  232. Neger (darf man nicht mehr sagen, veraltet) vs. Neger (Experten-Slang für Teleprompter, TV-Tafeln)
  233. Mal (ein) vs. Mal (Zeichen auf der Stirn) vs. Mahl (lecker) vs. mal (du kannst mich …) vs. mal! (Aufforderung der Zeichenlehrerin). Mit freundlicher Hilfe von Klaus H.
  234. Fetzen (Reststück, Papier oder Stoff) vs. fetzen (streiten, denn bei Streit fliegen die F.). Mit Dank an Andrea S.
  235. Malzeit (Stundenplan im Kindergarten) vs. Mahlzeit! (Gruß in deutschen Unternehmen zu Mittag)
  236. Paternoster (Aufzug) vs. Pater noster (Gebet zum Vater, unser)
  237. wieso? (Fragewörtchen) vs. wie so (verstärkendes Partikelchen, wie so oft, siehe, !wie so oft!, den Beitrag des Tages, oben)
  238. Flecken (Schmutz und Sauce auf dem Laken, siehe nächsten Punkt) vs. Flecken (kleiner Ort, Tupfer auf der Landkarte) vs. Flecken (anderer Ausdruck für Kutteln). Dank an Julia L. für die Ergänzung zu Punkt 139
  239. Laken (übersteht die Nacht oft nicht ohne Flecken) vs. Laken (Plural einer chemischen Zurichtung, vielleicht auch zum Entflecken des Laken)
  240. Laktose (hochmodern, haben heute alle, die etwas auf sich halten) vs. Lackdose (das verstehen nur Franken). Und wird wohl nüchternes Nachdenken nicht überstehen.
  241. Wal (Fischlein) vs. Wahl (Stimmlein-Abgabe, oder: Als der Wal kam, hatte Jonas wirklich keine Wahl). Mit Dank an Klaus H.
  242. Eifel (Landschaft mit Maaren und Mooren) vs. Eiffel (Erbauer eines Turms in einer europäischen Hauptstadt). Mit Dank an Andrea S. (Note an mich: Ob in der finalen Aufarbeitung dieser Sammlung Eigennamen satisfaktionsfähig sind als Homonym müssen Sie entscheiden, Herr Chefredakteur)
  243. Moor (Todesort in England- oder Norddeutsch-Thrillern) vs. Mohr (heute nur noch als Apotheke zu finden)
  244. meins! (Werbung für eine eBay-Auktion) vs. Mainz (Karneval, ZDF, Kohl). Mit Dank an Andrea S.
  245. Färse (Kuh, die noch nie trächtig war) vs. Ferse (hinten am Fuß). Mit Dank an Klaus H.
  246. Tracht (Gewand im Süden des Landes) vs. Tracht (im ganzen Land: Prügel)
  247. Gewand (im Süden des Landes: Kleidung) vs. gewandt (geschickt)
  248. Dreher (Beruf mit Metall) vs. Dreher (vertauschen von Halzen oder Stuchbaben). Mit Dank an Klaus H.
  249. Einsatz (in ω Manhattan, beispielsweise) vs. ein Satz (aus Manhattan beispielsweise: If you make it there …)
  250. Absinth (starker Alkohol) vs. ab sind (Dinge, die ehedem fest dran waren). Mit tiefem Dank an Klaus H.
  251. Wachs (tropft von der Kerze) wachs! (werd endlich 1,99!, dann holt dich der Nowitzki)
  252. Hallen (Plural von Mehrzweck-) vs. hallen (wenn der Schall in Hallen Echos akustisch kräuselt)
  253. Wand (vier ums Zimmer) vs. wand (wie benimmt sich der Aal in der Reuse?). Mit Dank an Klaus H.
  254. Pauken (Schlagwerke im Orchester) vs. pauken (etwas mechanisch lernen; Herkunft: Treiben auf dem blutigen Paukboden in schlagenden Verbindungen)
  255. Tor (Rechteck im Fußball) vs. Tor (Eingang in die alte Stadt) vs. Tor (abfällig, nicht ganz klar im Kopf; seit 2020: Corona-Leugner) vs. Thor (Donnergott am Nordgötterhimmel) vs. Tor (Browser für das Dark Web)
  256. Latte (die am Zaun und auf dem Dach) vs. Latte (eine ganze Menge) vs. latte (von der italienischen Milch, Aufschäumung moderner Getränke) vs. Latte (was für Jungs, heimlich)
  257. bete! (knie endlich nieder!) vs. Bete (und eben nicht mit zwei E, essbar als Rote). Mit Dank an Klaus H.
  258. Jura (Studium mit 4 Buchstaben) vs. Jura (Schweizer Kanton)
  259. Tee (Köstlichkeit) vs. Tee (hölzerne Abschlaghilfe beim Golf)
  260. Gaffer (Idiot mit Kamera, aber ohne Kinderstube) vs. Gaffer (Oberbeleuchter beim Film) vs. Gaffer (besonderes Klebeband, hart, und dennoch schnell abziehbar)
  261. Dose (Behältnis) vs. Dose (umgangssprachlich für das Betriebssystem MS Dos) vs. Dose03 (noch umgangssprachlicher für Geschlechtsteil). Mit freundlicher Hilfe von Klaus H.
  262. Muschi (Herrin in vielen Haushalten) vs. Muschi (siehe Dose03). Mit Dank an Klaus H.
  263. Mark (Ortsangabe) vs. Mark (wenn man Rückgrat auslutscht oder eine Tomate mästet) vs. Mark (Währung, auch ehedem in Finnland)
  264. Stab (Stock) vs. Stab (Zusammenschluss von Menschen, oft Militärs)
  265. Buchmacher (macht Geld) vs. Buch-Macher (macht selten Geld)
  266. Schuppen (Lager, oft unordentlich) vs. Schuppen (kleben am Fisch) vs. Schuppen (rieselt oft ordentlich aus der Kopfhaut). Mit Dank an Chris W.
  267. Satz (das Ding zwischen zwei Punkten) vs. Satz (eine ordentliche Sammlung Schrauben oder Autoreifen) vs. Satz (Zwischenstand im Tennis). Mit freundlicher Hilfe von Tania A.
  268. Drachen (kämpfen gegen Georg) vs. Drachen (steigt auf der Stoppelwiese herbstens auf) vs. Drachen (Bootstyp) vs. Drachen (zänkisches Weib). Mit Dank an Julia L.
  269. Strudel (kommt mit dem Vorname Apfel auf die Kaffee-Tafel) vs. Strudel (darin geht man unter). Mit Dank an Tania A.
  270. Ranzen (trägt der Herr in Tennissocke, Muskelhemd und Sandale vor sich her) vs. Ranzen (trägt die ABC-Schützin auf dem Rücken). Mit Dank an Tania A.
  271. Reifen (rollt den Maybach) vs. reifen (Verb mit Wachstums-Potenzial). Mit Dank an Catrine B.
  272. Greif (Fabelname für den Adler) vs. greif! (pack endlich zu!). Mit Dank an Catrine B.
  273. Fall (Bringt Juristen Geld) vs. Fall (tut weh). Mit Dank an Andra S.
  274. Lappen (Putztuch) vs. Lappen (geht flöten bei 1,2 Promille, siehe nächster Punkt) vs. Lappen (legt man drauf in Euro nach Promilleverstoß) vs. Lappen (Teil der Lunge) vs. Lappen (durch die geht etwas, wenn einem was entgeht) vs. Lappen (das Volk der Samen, oben im kalten Norden). Achtung, das war ein Sechs-Spänner! Mit Fleißkärtchen und Dank an Andrea S. und Klaus H.
  275. Flöten (Plural zum Blas-Instrument) vs. flöten (gehen), siehe Punkt davor.
  276. Blasen (Plural zum Weh am Fuß) vs. blasen (Kerze aus) vs. blasen (ich beschreib es nicht). Mit Dank an Andrea S.
  277. Griff (steckt im Fenster) vs. Griff (steckt dem Judoka im Anzug). Mit Dank an Catrine B.
  278. Packung (kann verschickt werden) vs. Packung (hohe Niederlage im Sport). Mit Dank an Klaus H.
  279. Schwert (kämpft man mit) vs. Schwert (hängt man unters Boot). Mit Dank an Klaus H.
  280. Asche (Brandrest) vs. Asche (Rest im Portemonnaie)
  281. Akte (steht im Amt) vs. Akte (lassen sich abmalen von Kunststudenten) vs. Akte (Roman von Grisham, siehe nächste)
  282. Kammer (steht einer Verhandlung vor) vs. Kammer (schläft man drin, bevor das gleichnamige Orchester einen weckt) vs. Kammer (Roman von Grisham, siehe Punkt davor)
  283. beugen (das Recht) vs. beugen (den Rücken) vs. beugen (das Verb). Mit Dank an Klaus H.
  284. Schwamm (drüber! und zum Ausdrücken) vs. schwamm (er ist nun ganz weit draußen und nass)
  285. Kegel (wirft man um) vs. Kegel (wirft einen um, wenn man erfährt, dass da noch ein Uneheliches auftaucht)
  286. Crème (dringt in die Haut) vs. Crème (drängt zum Nachtisch an den Gaumen). Mit Dank an Klaus H.
  287. Brachen (Ödland-Landschaft) vs. brachen (zusammen, angesichts des Ödlands)
  288. Busen (oft Blickfang) vs. Busen (weniger Blickfang, mehr Meer)
  289. Wurzel (tief in der Erde) vs. Wurzel (Mathematikern bekannt)
  290. Mutterkuchen (geht ab am Geburts-Tag) vs. Mutter-Kuchen (bringt Maman am Geburtstag)
  291. Mantel (hält warm) vs. Mantel (legt sich im Backofen um Pflaumen, beispielsweise)
  292. Herzog (adelig) vs. herzog (eher lächerlich, weil man über ihn …). Mit Dank an Klaus H.
  293. hol! (bring es endlich!) vs. hohl (Birne, Gebinde, Rohr, Nuss – als Schimpfwort)
  294. Karte (zum Spielen) vs. Karte (abgelöst durch Navigationsgeräte). Mit Dank an Klaus H.
  295. Flotte (kriegt sich über die Weltmeere) vs. flotte (Adjektiv zum pfiffigen Fräulein der Sechziger)
  296. Braue (zieht man empört hoch) vs. braue! (sagt der Bier-Chef zum Bier-Stift). Mit Dank an Klaus H.
  297. Tulpe (kommt aus Holland) vs. Tulpe (kommt Pils rein)
  298. Belege (gehen ans Finanzamt) vs. Beläge (geht man drauf) vs. beläge (rattenschwerer Konjunktiv)
  299. Humus (gute Erde) vs. Hummus (Leckeres aus Kichererbsen). Im Zweifel entscheidet die Göttinger Mundart.
  300. Kartenhaus (kracht sprichtwörtlich zusammen) vs. Kartenhaus (Lagerstatt im Leuchtturm zu Punkt 294)
  301. Nachschlag! (klarer Ruf zu Tisch nach Punkt 286) vs. Nachschlag (Boxers Linke)
  302. Albatros (Vogel) vs. Alba-Tross (Zug gen Alba, Italien, zur Trüffel-Trüffelei). Wird einem zweiten Blick nicht standhalten, fürchte ich.
  303. Oder (Fluss) vs. oder (der da?) vs. oh, der! (genau der!) Wird einem zweiten Blick nicht standhalten, fürchte ich.
  304. kosten (teuer) vs. kosten (lecker). Mit Dank an Klaus H.
  305. Leitung (Achtung, Hochspannung!) vs. Leitung (Chef). Mit Dank an Klaus H.
  306. Oper (ermüdendes Singspiel, wenn nicht von Mozart) vs. Opa (ermüdeter Herr mit Enkel-Tick). Mit Dank an Klaus H. Wird einem zweiten Blick nicht standhalten, fürchte ich.
  307. Gurke (kommt in den Salat) vs. Gurke (betagtes Auto, kommt in die Presse). Mit Danke an Béla B.
  308. Spannen (Plural eines Lägenmaßes) vs. spannen (der Herr aus Punkt 306 heimlich hinterm Baum)
  309. Grüne (Partei, bei der derzeit der Baer bockt) vs. grüne (Farbadjektiv, aber auch oft in Verbindung mit „ach“, „du“ und „Neune“)
  310. Stieren („Da tief“ rein, bei den Hörnern packen) vs. stieren (unangenehm blicken)
  311. übersät (voll von, die Saat ging auf) vs. überseht (die Augen weiter auf!) vs. übersäht (rattenschwerer Konjunktiv)
  312. Eier (gibt’s auf dem Markt) vs. Eier (gibt’s im besten Fall bei Kerlen, Achtung: test’es!)
  313. Dachschaden (Ziegel verrutscht) vs. Dachschaden (Hirn verrutscht)
  314. Salamander (Tier, nach einer Schuhmarke benannt) vs. Salamander (ω Heizgerät für die Hausfrau)
  315. Lokal (sitzt man bald wieder drin) vs. lokal (nur umme Ecke: je näher, desto Alkohol im Lokal). Mit Dank an Klaus H.
  316. Urmel (Augsburger, wohnt in einer Kiste) vs. Ur-Mehl (aus dem buk Moses Manna). Wird einem zweiten Blick nicht standhalten, fürchte ich.
  317. buk (völlig korrekt von „backen“) vs. Bug (Schiffsteil). Ist ja schön und gut, steht aber schon in Wikipedia.
  318. Geist (im Schloss) vs. Geist (im Kopf) vs. Geist (im Glas). Mit Dank an Klaus H.
  319. Schwerter (Einwohner einer Stadt in Laschet-Land) vs. Schwerter (Kampfwaffen, heute: Flugscharen)
  320. scharren (machen Hühner) vs. scharen (sich versammeln). Siehe Ausgangsfrage oben.

Fallen Ihnen Homonyme ein oder auf oder ab? Dann schicken Sie, vielen Dank!, mir eine E-Mail an schreiber ät deutschmeisterei.de.

5 Kommentare zu "Heerschaftszeiten!"

  1. Peter R. Horak | 10. Mai 2021 um 12:19 | Antworten

    Moin,
    ich hoffe, Sie waren in der letzten Woche nicht krank, sondern hatten einfach „keine Lust“…
    😉

    • Danke für die Anteilnahme, Herr Horak. Aber nein, wie ich so schön in der Woche vor dem Aussetzen schrub: In eigener Sache 02. Neu! Der Einstieg zu meinem Ausstieg verzögert sich nun nicht mehr. Dies ist der letzte Beitrag bis zum Montag, 10. Mai: Mit einem meiner Hauptautoren werde ich einen Roman innerhalb von einer Woche zweimal durchpauken (siehe Homonym 253).
      Ich habe Geld verdient, um mir mein kleines Hobby deutschmeisterei.de und güldene Felgen für den Porsche leisten zu können. „Keine Lust“ als Ausrede für irgendwas ist mir mein gesamtes Berufsleben lang nicht untergekommen, wenn ich ehrlich bin.

  2. Wenn ich auch noch meinen Senf dazugeben darf: Es gibt keinen Grund, das k in „künstliche Intelligenz“ großzuschreiben.

  3. Natürlich Dürfen Sie Das!

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