Immer wieder Fähler

Ich sage es ja immer wieder, es ist schwer mit dem Deutschen, und ich habe jeden nur möglichen Respekt vor Menschen fremder Zunge, die unsere Sprache gut sprechen. Das sage ich auch unter diesem Eindruck: Gestern Nachmittag hat mich die Leserin Elfriede H. auf einen kapitalen Fehler im gestrigen Beitrag aufmerksam gemacht.

Im eigenen Beitrag, wohlgemerkt. Ich war so verbohrt, dass sie mich zwei Mal mit der Nase darauf stupsen musste, bis ich begriff, dass das Zeitadverb morgen anders geschrieben wird als der Morgen. Danke dafür.

In diesem Licht bringe ich mal mit einem Anhängerlämpchen aus dem Katalog von Pro Idee etwas Licht ins Dunkel und werfe einen Schweinwerfer auf Klaus H., der mich auf die Bildunterschrift aufmerksam machte. Der Scheinwerfer sendet auch einen Dank aus.

Kann an dem formbaren Griff einfach aufgehangen werden.

So, jetzt reden wir nicht über das falsche aufgehangen. Wir reden über Sicherungen.

  • Wenn ich professionell Texte lektoriere, gehen sie von mir erst einmal an meine Korrekturleserin, die auf dreihundert Seiten noch mal rund dreißig Flüchtigkeiten findet, die ich bei zweimaligem Lesen übersehen habe. Es handelt sich um solche Werschväxelungen(!) wie ihn / ihm – Dativ statt des Akkusativs – Dreifachkonsonanten in Wörtern wie SchimmmwestePersonalpromina, die stehen blieben nach einer umfangreichen Satzumstellung – Eigennamen wie das französische Städtchen Fontvieille, das garantiert ein Mal mit einem D auftaucht und ein zweites Mal mit nur einem I. So was halt.
  • Wer professionell Texte an die Öffentlichkeit gibt, sollte einfach das Mehr-Augen-Prinzip durchziehen. Bei einer Werbeagentur, für die zu arbeiten ich die Freude hatte, war es Teil des Arbeitsauflaufes, keinen Text aus dem Haus zu lassen, der nicht einem Korrekturbüro vorgelegt worden war. Im Ablaufplan eines Projekts wurde die Korrekturzeit eingeplant. Bei Zeitschriften, die ich in den Neunzigern und Nullern leitete, was es selbstverständlich. Es gab Korrekturabteilungen. Fehler sind gleichwohl passiert.
  • Zeitungen haben immer weniger Geld für die Korrekturprofis. Das spürt man deutlich.
  • Ich rede Wasser und – trinke Wein. Diese kleine, feine Tagebuch, über das Sie morgen etwas Erfreuliches lesen werden, ist eine reine Ein-Auge-Veranstaltung. Mit acht zehn Fingern tippe ich, ein Auge henkt hängt am Text, das andere noch schlaftrunken im Bett. Nach mir lesen Sie es. Als nicht auf Profit orientierte Unternehmung kann ich niemanden bezahlen, der korrekturliest (lassen wir mal so stehen). Erst ich – dann niemand – dann Sie.
  • Es gibt genügend Hilfsmittel, auch kostenlose, die Fehlerquote zu zu senken. Nicht nur Heute(!), sondern auch Morgen(!) am morgen(!) und am abends(!) und überMorgen(!).

Natürlich muss es oben aufgehängt heißen in der Bildunterschrift. Diese Korrektur muss sein.

Aber nun komme ich zum Hauptanliegen dieses Textes. Wenn Sie nicht sicher sind, ob aufgehängt, aufgehangen oder vielleicht doch aufgehenkt, fahren Sie genau eine Adresse an. Nämlich diese

canoo.net

Dort finden Sie die Flexionen, die Beugungen, aller, ja aller(!) deutschen Wörter. Sie glauben das nicht? Dann schauen Sie sich doch mal das Bildchen. Es zeigt das Suchergebnis beim Verb aufhängen. Überzeugt?

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