Maman grollt

Liebe LeserDoppelpunktInnen, Sie wissen, dass ich ein großer Fan des amerikanischen Schriftstellers Harlan Coben bin. Suchen Sie einfach mal in diesem Tagebuch und Sie werden verschiedene Stellen finden, an denen ich mich mit Coben beschäftige, ω zuletzt ausführlich hier. Er sei Ihnen einfach sehr ans Herz gelegt. Und wenn Sie Netflix schauen: Coben hat einen Vertrag mit Netflix über die seriellen Verfilmung einiger seiner Bücher.

Das nur zur kurzen Vorrede. Heute geht es mir um eine Besonderheit, die ich sehr schätze. Die ich auch meinen Autoren nahelege. Und selbst anwende, wenn ich denn mal zum Schreiben komme.

Schauen Sie mal, was Coben da macht, respektive sein Verlag, der Goldmann-Verlag.

Protagonist Byron trifft auf seine Mutter, Mutter ist skeptisch und Mutter mustert ihn – das machen Mütter manchmal.

Sie musterte ihn mit ihrem ungläubigen „Eine-Mutter-sieht-so-etwas-und-lässt-sich-nicht-belügen“-Blick.

Ich gebe zu, Herr Goethe (⊕ 1832) oder Herr Fontane (⊕ 1898) hätten diesen Blick auf zwei Seiten geschildert. Es wäre das reine Vergnügen gewesen, dies zu lesen. Zweihundert respektive einhundertfünfzig Jahre später möchte der Leser etwas anderes.

Dennoch kann man sich diesen Blick genau vorstellen. Und daher ist es großartig, weil es mit wenigen Worten eine Situation (hier sogar vielleicht: eine jahrelang gelebtes schlechtes Gewissen) beschreibt.

Kritik habe ich nur an der Form, in der Goldmann hier rüberkommt. Wenn man einen Blick schon zwischen Anführungszeichen setzt, muss man die Begriffe nicht mehr koppeln. Erstens.

Und zweitens würde ich das Adjektiv hier killen. Ungläubig muss da nicht stehen. Dass Maman ungläubig ist, sieht man an ihrem Blick.

Ich darf also mal verbessern …

Sie musterte ihn mit ihrem „Eine Mutter sieht so etwas und lässt sich nicht belügen“-Blick.

Geht so, oder?

Und noch etwas: Wenn Sie solche Konstruktion ebenfalls schreiben wollen, müssen das erste und das letzte Wort großgeschrieben werden.

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