Das Ding im Hals

Ich lese das oft in Texten, wenn der Autor sagen will, dass dem Protagonisten Unangenehmes widerfährt. Als Erstes fällt einem dann das mit dem Essen ein, das einem im Hals stecken bleibt. Und was gibt es da Besseres als den Kloß, der einem die Röhren zupfropft.

Warum Kloß? Keine Ahnung ….

Nachtrag, später abends, doch noch mal gesucht und fündig geworden auf redensarten.net: Der Kloß oder Knödel im Hals des Schauspielers oder Sängers ist eine bildhafte Prägung der Theatersprache des 19. Jahrhunderts. Das Verb knödeln (= mit gepresster Stimme sprechen / singen) verwendet das gleiche Bild. Daher auch die abschätzige Bewertung: Knödeltenor. Danke dafür …

Weiter im Text: Aber ein Hühnerbein? Speicheln Sie das mal weg. Genug des Ekels?

Danke! Hier in Franken jedenfalls gehört der Kloß, der fränkische, zum guten Ton in Wirtshäusern, wie Sie dem Bildchen entnehmen. Was ein Schäufele ist, will ich hier nicht ausführen, jedenfalls auch ein Ding, das man nicht querstehen haben möchte, und daher ist das Schäufele – es sei nun doch angedeutet: die Schulter des Schweins, auf besonders fettschichtige Art zubereitet – ein Gericht, das es nicht bis Würzburg oder Ingolstadt geschafft hat. Zu recht, wie ich finde. Holla, Schweinebacke!

Schauen wir uns also das Schäufele für 7,95 Euro an. Und fragen uns einfach mal – heute müssen Sie durch die Reihung von Unappetitlichkeiten mit Hängen und Würgen durch –, wo es serviert wird. Denn Klos, das ist nichts zum Essen, sondern … male dictu! … ein Plural. Nun ist es raus.

Dass auch in Mittelfranken und dessen Zentrum, dem schönen Nürnberg, alles gut gehen kann, zeigt das nächste Täfelchen, nur zur Beruhigung Ihrer deutschmeisterei.de-geplagten Seele, lieber Leserinnen.

Ach ja, da wir ja ausgingen von Dingen, die einem den Atemweg abschnüren, wenn sie querstehen. Wie wäre es mit einer Kalbshaxe?

 

2 Kommentare zu "Das Ding im Hals"

  1. Elfriede Hartmann | 29. Januar 2018 um 9:41 | Antworten

    Nicht zu dem Aktuellen. Aber …“das Kind ist unbeschulbar“, was ist das denn in meiner Heimatzeitung? Lt. Duden gibt’s beschulbar; find ich auch nicht gut.

    • Frau Hartmann, es gibt im Duden, dem aktuellen, Auflage 27, Seite 265, die Beschulung, das Verb „beschulen“ und den Beschulungsvertrag, herrlichstes Amtsdeutsch. Parallel dazu zum Beispiel „spielen“, so denke ich, lässt das Deutsche zu: Ein Platz ist bespielbar, ein Platz ist unbespielbar. Ein Kind, das aus den Linien des Beschulungsvertrags kippt, ist damit unbeschulbar. Hässlich ist das Wort gleichwohl, da haben Sie recht.

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