Bei der Metro am PC

150914_Birkenholz

Neulich in der Metro, also nicht in der U-Bahn, sondern im Großhandel. Ich stell mir das so vor: Da sitzt jemand am Computer, sein Fachbereich: Beschriftung, Plakat, Außenwerbung. Sein Arbeitsgerät: Tasse Kaffee, gute Laune, Duden, Handy, Drucker. Was muss er tun?

Er muss die Plakate schreiben, die die Metro an ihre Angebote pinnt (das Verb ist gewiss englischer Abstammung, von to pin, herzlich willkommen!). Er wird eine Maske im Computer installiert haben, die ihm sagt: Erste Zeile, maximal 25 Anschläge, 40 Punkt hoch, Schriftart wird ebenfalls festgelegt sein.

Also?

Tippt er los. Da er ein leitender Angestellter ist, wird er die freie Wortwahl haben. Was verkaufen wir? Birkenholz. Und das Birkenholz ist befplanzt. Ja, so heißt das. Irgendwas mit einer Kombination aus F – P  und L jedenfalls. Befplanzte Birkenholz. Klingt komisch. Ach so, ist ja ein Körbchen. Körbchen ist zu lang. Dauert zu lange, Zigarettenpause mit Elli und Jan um 10:45 Uhr, die muss gehalten werden. Also: Kiste.

Und raus damit! Der Kunde wartet. Der hat schon seit Tagen auf den Preis für das Schmuckstück gewartet. Das Schildchen muss aber noch eine Etage höher, in die Fachabteilung Qualitätsmanagement & Korrektur. In der Korrekturabteilung aber haben sie die Kiste einer besonderen Kontrolle unterzogen. Kann man, hat sich deren Leiter, 23, nebenberuflich Diskjockey im Crazy&Funky, eigentlich das Holz der Birke auch rauchen? Hat er getan. Immer rein ins Hirn. Und dann hat er, birkenholzig benebelt, das Ding durchgewinkt (richtiges Partizip, Achtung!).

So kam das. Alles richtig gemacht. Weiter so. Und den Duden … ups, den hatte ja Kollege Jan. Der musste Antigues Sova schreiben. Unterzeile: echt alt. Holla! Nach dem Qualitätstesten der Flocken im Sofa liegt der Kollege der Qualitätsprüfung im Marienhospital. Er hält das Sova jetzt für einen fliegenden Teppich.

 

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