Asterisk und Obel_ixe

Ich habe Ihnen ja angekündigt, dass es heute mal etwas erdschwer werden wird. Es geht ums Gendern. Himmel, schon das Wort allein … Aber heute sind wir nachsichtig. Sehr nachsichtig. Und wenig kreativ. Denn ich referiere nur, was der Duden, respektive die Duden-Reaktion sagt. Die hat sich nämlich vergangene Woche mit dem korrekten Gendern befasst.

Ah, Sie können mit dem Begriff Gendern nichts anfangen? Glückwunsch! Blättern Sie einfach auf den Dienstag, auf morgen. Nein, nicht jetzt, morgen erst …

Los im Text!

Erstens mal. Weiblein und Männlein in der Anrede gleich anzusprechen, ist nur höflich. In Zeiten, in denen niemand an das Wort Gendern dachte, sagte und schrieb man schon: Sehr geehrte Damen und Herren … und kam spezifischeenderweise auf so etwas wie Liebe Lehrerinnen und Lehrer, Gärtnerinnen und Gärtner, Schützenköniginnen und Schützenkönige, je nach Anlass.

Zweitens. Das können Sie ausschreiben. Ich sage sogar, Sie müssen es ausschreiben. Sehr geehrte Schützenköniginnen und Schützenkönige … Der Duden lässt hier aber auch zu Sehr geehrte Schützenkönig/-innen, ja ja, mit / und -. Affig, oder? Gut, ich wollte nicht werten, nur berichten.

Drittens sagt der Duden aber auch, dass sich heute die Schreibung Schützenkönig/innen ohne / und – eingeschlichen haben; der Duden schweigt dazu. Ich sowieso.

Viertens schweigt der Duden nicht ganz. Ich zitiere …

Wortpaare, bei denen die feminine Form nicht nur durch Anhängen einer Endung an die maskuline gebildet wird, lassen sich nicht einfach durch den Schrägstrich verkürzen. In solchen Fällen sollten alle Formen ausgeschrieben werden: Kollegen und Kolleginnen, Beamte und Beamtinnen, Bischöfe und Bischöfinnen.

Eben, und schon haben wir den Salat. Wieder zurück zu der Form, die schon mein Vater meine Mutter in den Fünfzigern kannte: Sehr geehrte Damen und Herren …

Fünftens weist der Duden auf die Sonderformen hin, den Asterisk, das Sternchen, und den Unterstrich, also auf * und _. Die Schützenkönig*innen und die Näher_innen stoßen aber auf Kritik. Beiden Formen, so schreibt Duden, irritierten das Schriftbild. Ich nicke schweigend und zeige auf dieses Zitat …

Empfohlen werden können Asterisk und Unterstrich seitens der Dudenredaktion nicht, da sie vom amtlichen Regelwerk nicht abgedeckt sind – wer sich jedoch nicht im amtlichen Kontext bewegt, wird sich mit einer dieser Lösungen vielleicht anfreunden können.

Nun liebe Leser*:_Innen, das war es. Machen Sie es doch, wie Sie wollen!

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