Totentanz

Heute mache ich es mir einfach. Ich sage nichts. Ich zeige nur. Gestern geknipst aus meiner Heimatzeitung, einen Beitrag im Lokalteil der Nürnberger Zeitung vom Freitag. Heute schon bei Ihnen, deutschlandweit.

Experte fordert mehr Leben auf Friedhöfen

Dabei gibt es augenscheinlich eine leb(!)hafte Diskussion über die Frage, ob man den Friedhof als solchen zur – jetzt übertreibe ich – Partymeile einrichten soll. Nürnberg hat einen der weltschönsten christlichen Friedhöfe, den ω Johannisfriedhof, auf dem auch zwei meiner Angehörigen liegen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, nach dem Grabbesuch dort in ein Café zu gehen oder die Muße zu haben für eine Ausstellungs-Besichtigung. Aber vielleicht bin ich einfach auch zu alt für so was.

Über alle aber steht die Frage: warum? Warum ohne Not so Alten wie mir vor den Kopf stoßen?

Nun, sagt da einer, stellen Sie sich mal vor, Tante Else wird begraben und Elses Lieblingsneffe Eugen weilt derzeit zu Work & Travel in Christchurch, Neuseeland. Da könnte doch Neffe Eugen prima per Drohne an der Trauerfeier teilhaben.

Uppss. Eine Drohne, die über den offenen Grab schwirrt? Die elektronische Ausgabe des Heiligen Geists? Und vier Wochen später, Eugen ist wohlbehalten zurück, kippt er ein Bierchen im Friedhof-Café, nach dem Grabbesuch?

Prost, Else! A scheene Leich war’s. Und danke für’s Erbe, Else! Und da ich schon mal hier bin, gehe ich jetzt in die Ausstellung Christchurch – World’s Nicest Beaches.

Geht’s noch?

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