Das Relativ, welches …

Gut, da hatte einer noch mal Glück, die Dame am Steuer weniger. Dem Tankstellenpächter zahlt’s die Versicherung, und künftig wird er Damen in farbigen Kleinwagen kein Benzin mehr geben, denke ich. Der Leser des kleinen Textes hingegen wenig Glück. Denn er muss sich mit einem Phänomen befassen, einem hässlichen.

Das Problem heißt, eher länglich umschrieben: Ich finde es irre modern und gehoben und Ausdruck meines elaborierten Sprachvermögens, wenn ich als Relativpronomen welcher / welche / welches einstetze.  Die anderen kann ja jeder …

Das ist, mit Verlaub, gequirlter Mist. Die Relativpronomen im Normal-Deutsch heißen der / die / das. Nur im Spreiz-Deutsch heißen sie anders. Seien wir ehrlich: Alles andere ist erst einmal falsch.

Mit einer Ausnahme, und die sollten Sie beachten: Sollten im Relativsatz zwei gleiche Wörter aufeinandertreffen, nehmen Sie meinetwegen eines aus der Familie der Spreiz-Relativs.

Die Mutter, die die Oma immer wieder besuchte …

Ja, da darf man es nachsehen, wenn Sie schreiben

Die Mutter, welche die Oma immer wieder besuchte …

Aber nur dann, nur dann. Und viel schöner ist das allemal nicht. Besser wäre es, den Satz anders zu formulieren.

Die Mutter besuchte die Oma immer wieder und …

Streichen Sie einfach die Idee, welcher / welche / welches anders zu nutzen denn als Adjektiv (Er zeigte mir, welches Auto er kaufen wollte), als Ausdruck des Erstaunens (Welch ein Mirakel!) oder als Fragepartikel.

Welches Schweinderl hätten’s denn gern?

Na, dieses, welches neben Ihnen steht, ω Herr Lembke.

Oinkkkkkk!

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