Wann bitte?

Zu Wochenbeginn gibt es einen Schlag für die Ewigkeit. Klare Regel, einfache Regel. Was zum Merken. Und zum Angeben auf der nächsten Einladung, zwischen Foie Gras und Austern, beim Nippen am 2018er Chablis. „Wusstest du eigentlich, Karl-Eduard, dass meine vertrauteste Seite im Internet, die deutschmeisterei.de, jetzt auch die Causa mit der Zeitangabe geregelt hat.“

Danke für die Blumen, Horst-Dieter, Wir schauen mal genauer hin. Einer der Autoren, die zu bearbeiten ich die Freude habe, schreibt …

Zur Zeit von Arminius waren sowohl der Fernkampf als auch der Einsatz gewaltiger Stoßlanzen …

Und das ist richtig. Falsch wäre hier: Zurzeit.

Und nun die Regel. Beschreibe ich eine Epoche, eine vergangene, betone ich die Zeit, die vergangene. Ich schreibe Zeit groß und setze das zur davor.

Zur Zeit von Harald dem Großen (1431–1467) war es Usus, sich ein Mal in der Woche zu waschen. – Zur Zeit der Herrschaft Stalins schaffte man dieses olfaktorische Friedensangebot an die Umwelt wieder ab.

Alles klar? Dann legen wir jetzt mit einem Beispiel, wiederum Haralds Zeiten heranziehend. Haralds Gattin Gudrun wird gefragt, wo sich denn der Herrscher gerade aufhalte.

Harald wäscht sich zurzeit. Zurzeit wäscht er sich.

Nun haben Sie es verstanden. Meint Zeit eine Epoche: groß und getrennt. Meint Zeit eine Handlung in der Gegenwart – im Sinne von jetzt, gerade, um diese Zeit –, nehmen wir nur ein Wort.

Zurzeit plagt mich dieses Phänomen, weil ich es Ihnen am Montagmorgen – völlig bezugslos – beizubringen versuche. Dabei lebte ich lieber zur Zeit von Lehrer Lämpel, der einfach nur verordnete und an die Wandtafel schreiben ließ.

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