Vamos a la wellnes … mit „Bild“

Manch einer ist auch als Klugscheißer unterwegs, wenn andere Urlaub machen – oder: wo andere Urlaub machen. Ich zum Beispiel. Tatort: ein Strandhotel direkt in den naturparkgeschützten Dünen von Corralejo auf der Insel Fuerteventura. Strandhotel heißt hier: Hotel direkt am Strand, Treppe runter, Dünensand, Wasser in Spuckweite (wenn man ein Lama mit sich führt).

Liegt man nicht am Salzwasser (da sollen spuckende Lamas gesichtet worden sein), sondern am Pool, an einem von dreien, hat man einige Vorteile. Erstens: keine Lamas. Zweitens: Der Inhalt der Bild lässt sich an einem Tag problemlos konsumieren, ohne das Blatt zu bezahlen; man muss nur um sich schauen und warten, bis die Liegennachbarn 1 bis 13 umblättern. Drittens: Man lernt, dass die meisten Deutschen nichts lesen (nach der Bild), sondern Sudokos lösen. Alle mal herhören, prima Geschäftsidee fürs Alter: Sudoko-Heft-Importeur Kanaren. Viertens: Dass deutsche Touristen morgens Liegen reservieren durchs Auflegen von Handtüchern … nein, das stimmt. Mit eigenem Handtuch erlebt.

Aber Sie wissen sicher, dass es mir nicht um diesen kulturpolitisch wertvollen Betrachtungen geht. Mir geht es um Sprache. Und da stolpert der gemeine Tourist über diese Täfelchen.

Plava – Strand – Beach

sagt mir, dass der Spanier für Strand mehr als ein Wort ausliefert. Ich kannte nur playa aus dem Lied mit dem Strand, an den man zieht. Ich akzeptiere aber auch plava.

Die Reifenfolge der Begriffe zeigt mir aber auch die Bedeutung der Anwesenden. Spanisch als Landessprache, okay. Das muss wohl so sein, obwohl die gefühlt fünfhundert Angestellten in diesem deutsch-spanischen Hotel sicherlich wissen, wo der Strand liegt. Dann Deutsch. Klar, siehe Bild, oben. Dann Englisch. Auch gut. Es wurden ein paar Menschen mit Sun und Daily Mirror (und english sudokos) gesichtet.

Und nun schauen wir mal auf den vierten Begriff.

Wellnes

Das mag der Spanier ja so schreiben … nein, tut er nicht, sagt mein Freund, Señor Miguel Internet. Der Spanier, sagt Miguel, schreibe das Wort wellness auch mit einem doppelten S, wie der Deutsche und der Brite.

Wundern wir uns. Und schauen auf Tenis. Tatsächlich, da verzichtet der Spanier auf das zweite N.

Beim Jacuzzi habe ich Miguel gar nicht erst gefragt. Das war mir klar. Und da Sie jetzt sicherlich wissen wollen, warum die Amerikaner zum Whirlpool (so nennen wir das ja in stiller Verbeugung vor dem Englischen) Jacuzzi sagen, weise ich aus dem heißen Sprudelbad darauf hin, dass ein gewissen Candido Jacuzzi für seinen rheumaerkrankten Sohn auf die Idee mit der Sprudelbehandlung kam. In den Vierzigern. Und so wurde Jacuzzi zum Gattungsbegriff.

Wieder was gelernt. Ihnen eine beste Woche!

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