MacViking

Zur Feier des Tages gestern und zur Feier überhaupt nach heftigem Werken. Ich habe gestern den vierten Band einer auf fünf Teile angelegten Wikinger-Saga an den Schweizer Autor zurückgeschickt: ω Im Banne des Walknut, von Rolf Suter.

Der Autor ist Kenner der Materie, er kennt jeden Wikinger persönlich und schildert diese Zeit und diese Kerle – irgendwas zwischen Blutgier, Abenteuerlust, Berserkertum und dem Glauben an die nordischen Gottheiten – so, als hätte er selbst einäugig im Schildwall vor Norwick, vulgo: York gestanden.

Aber darum geht es nicht. Wer wie ich nun Wochen mit Wikingern in England um 850 verbracht hat, bemerkt alles, was diesen Stamm angeht.

Wikinger Anti-Pasti

gesehen in einem Nürnberger Einkaufszentrum, geht gar nicht.

Erstens gehören Antipasti, namentlich: die Speisen vor den Nudelgerichten, klar in den Raum zwischen Bozen und Palermo. Zweitens sage ich als größter lebender Verfechter des deutlichen Binders, des Trennstrichs, dass der zwischen Anti und Pasti so aussieht, als hätte jemand dem Koch die Frutti di mare mit Haltbarkeitsdarum 1. März 851 gereicht. Drittens stelle ich mir vor, was Wikinger als Vorspeise zu sich genommen haben könnten …

Trockenfleisch? Trockenen Fisch? Nudeln, die zusammen mit den Kartoffeln erst ein paar hundert Jahre später nach Europa kamen? Gemüse, frisch gezogen im einzig sonnigen Monat in Norwegen oder im kulinarisch damals schon hoch angesehenen England?

Nein, bei Suter lese ich, dass Käse und Met wohl verspeist wurden, Fleisch und Fisch, aber nicht frisch. Dazu Wasser aus der Quelle. Und Suppe, Gemüsesuppe. Minestrone? Da haben wir es wieder. Aber das sind doch keine Anti-Pasti …

Am Ende bleibt das, was in Kopenhagen in einem der besten Restaurants der Welt angeboten wird … im  ω Noma. Lesen Sie mal die Speisekarte.

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