Dem Jahr sein letzter Tag

Wir gehen davon aus, dass die Macher des Plakats wussten, was sie das taten: Der Stilbruch ist geplant. Er schafft Aufmerksamkeit. Meine Schwester – wohnt in Bielefeld und hat mir das Bildlein geschickt, danke dafür! – widerspräche jetzt: Die können hier nicht anders, die reden hier so! Die können den Genitiv nicht. Bielefeld, ja der gesamte Raum Ostwestfalen, ist quasi genitivfreie Zone! Überall gelten Regeln, nur nicht hier!

Gemach! Als jemand, der seit ein paar Jahren viel Fränkisch hört, weiß ich, dass dem Peter seine Schwester und dem Enzo sein Auto auch hier zur Alltagssprache gehören. Ich schlucke dann, wenn an der Edeka ihrer Wursttheke kein Stadtwurst mehr verkauft wird. Ich schlucke – und schweige. Ich bin beim Verbessern öfter verbal übel zugerichtet worden.

Was ich mir einbilden täte!

Also bleibt es beim Fußnagelkräuseln, dem unsichtbaren, beim leichten Mokieren an dem Jahr seinem letzten Tag. Versöhnliche Stimmung. Heute sage ich, was ich sonst nicht mal zu denken wagte: Wenn man es denn versteht … kann man auch bei Bielefelds größter Silvesterparty seinen Spaß haben – genitivfrei!

2 Kommentare zu "Dem Jahr sein letzter Tag"

  1. Gut,daß nach dem ersten Text noch das GEMACH! kommt, sonst müßte ich doch wohl widersprechen.Freundlichen Gruß…

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