Kollegah Duden

Ein mir nicht näher bekannter Musiker names Kollegah, ein Rapper augenscheinlich, hat einem Fan ein paar Schläge verpasst. Der Fan war auf die Bühne gebeten worden, hatte dort einem der Musiker die Kappe entrissen und dann dem Kollegen Kollegah die Brille wegnehmen wollen. Spiegel online befasst sich mit dem Vorfall, den zu werten mir widerstrebt.

Erschreckend fand ich lediglich die Kommentierung der Anhänger von Kollegah in den sozialen Netzen, die der Spiegel ohne Korrektur übernimmt – sie sind einfach kopiert. Lesen Sie einfach mal! Es graust mir. Das ist mal eben so hingerotzt, das ist frei von Kenntnis – wobei der erste Kommentar eigentlich noch geht.

Ich mache das hier nicht öffentlich, weil ich mich lustig machen will. Nach lustig ist mir wirklich nicht, das kommt wie immer am Freitag. Ich setze es lediglich als Antwort an jene, die behaupten, dass Sprache einem Wandel unterläge und man nur mal so alles laufen lassen möge. Wird schon. Man müsse es den Schwachsprachlern auch etwas leichter machen, bitte. Sonst fühlen die sich diskriminiert oder so.

Hey, Alta, verstehst doch, was die meinen, oder? – Ist doch alles gecheckt! – Wie, fast mit zwei S, sind wir doch inna Fastenzeit, oder? – Meinse ernst, dass den das juckt, ob du angetrunkener großschreiben willst, so besoffen wie der war? – Und das mit ohne Bindestrich bei Security Leuten, das steht doch überall so, sogar in Fernsehen.

Na, dann … Prost! Auf die Idee, dass die Sprachsprachlern vielleicht lernen sollten … Uppssss, ja, Tschulligung, ein Witz für den Freitag.

Und abermals kein Witz: Das sogenannte ω Deppenleerzeichen setzt sich durch. Keinen Schimmer, was das ist? Die Aneinanderreihung von Nomen, ohne sie zu binden, Beispiele finden Sie ω hier. Und beim Südwestrundfunk, wie Sie es im Bildchen sehen – und eigentlich oft, wenn der Werbegrafiker meint, man komme auch ohne aus. Übrigens, Herrschaften, das ist nicht so eine kleine Nachlässigkeit, das sind fette Fehler.

2 Kommentare zu "Kollegah Duden"

  1. Lieber Herr Lohmann,

    bei diesem Thema, dem unsere Tageszeitung (NOZ) übrigens heute auch einen sehr langen Artikel widmete, kommt mir unweigerlich der großartige Heinz Rudolf Kunze in den Sinn, der vor vielen Jahren so treffend sagte: „Als der Bindestrich verschwand, wie Maikäfer und Ordentlicher Feldhase, als nichts mehr elegant zwei Hauptwörter verkuppelte, die somit saugrob aufeinanderknirschten, wie in dem Kaugummi-Gemansche unserer Freunde aus den United States of Neandertal, das war der Anfang vom Ende.“

    Das geht mittlerweile so weit, dass ich selbst ganz verwirrt bin, wie ich was schreiben muss…

Einen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

*Anzeige: Die Seite enthält Links zu mehreren Webseiten, auf denen Sie Bücher bestellen können. Hierbei handelt es sich um Werbung. In eigener Sache zwar, aber Werbung bleibt Werbung, weshalb ich Sie an dieser Stelle darauf hinweise.