Ein Lernstück für den Autor

141108_Sichel01Ich muss die neue Woche mit einem kleinen Mea culpa beginnen, und das kam so: Hin und wieder fallen mir Passagen in Texten auf, die ich für einen Appel und Ei lektoriere und korrigiere – ich verweise kurz auf meine andere Seite, die Sie links anklicken können. Dann mach ich vom Bildschirm ein Foto und zeige die Korrektur hier, als Lernstück sozusagen. Heute wollte ich das wieder tun. Und siehe da: Beim abermaligen Lesen fiel mir eine Nachlässigkeit auf, die Sie im ersten Bildchen sicherlich nachvollziehen können.

Da steht: Die zunehmende Sichel des Mondes schwebte majestätisch … Herrlich, man sieht es vor sich, nicht wahr? Die Sichel des Mondes schwebt über der Stadt. Aber was nimmt da zu? Die Sichel? Nein, der Mond nimmt zu, die Sichel ändert sich mit dem Stand des Mondes. Korrigierte man das nicht – und ich habe es bei dreimaligem Lesen durchgehen lassen –, druckte man Dumpfsinn: Die Sichel des zunehmenden Mondes … – so ist es richtig, Herrschaftszeiten!  Ich werde es dem Autor sagen und noch einmal ändern. So viel Zeit muss sein.

Die andere Korrektur bezieht sich auf die Kongruenz, wieder einmal: die Abhängigkeit von Wörtern untereinander nach Genus, Numerus und Kasus. Hatten wir hier schon öfter. Wer schickt das kalte Licht auf die Terrasse? Die Sichel, der Mond steht hier lediglich im Genitiv. Und da die Sichel weiblich ist, der Mond aber männlich, muss das Pronomen weiblich sein: ihr, nicht sein.

Einziges Gegenargument für sein: Das Licht schickt dennoch der Mond. Dann wäre das männliche sein sozusagen das logische Genus, das logische Geschlecht. Überzeugt mich das? Nein. Die Korrektur steht. Die wenigstens. Bei der anderen muss ich nun beim Autor zu Kreuze kriechen … Feiner Wochenbeginn, Sommer geht, und ich ertappe mich bei einem Fehler.

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