What shäll’s?

Dass Cafeé(!) in deutschen Kaffee’s(!) öfter aus Togo kommt, hatte ich vermerkt, und Sie nehmen es im Straßenbild wahr. Nun, dieses to go, der freundliche Hinweis, Speis und Trank auch außer Haus tragen zu können, hat sich so weit eingebürgert. Schlimm genug, wie wir ausgedienten Ewiggestrigen finden. Nicht wahr?

Shell geht mit der Jugend. Shell, das ist dieser kleine Laden aus den USA, dessen Geschäftsmodell darin besteht, weltweit Öl zu sammeln, es aufzubereiten und per geeigneter Anlagen in Tanks zu gießen – und ehemalige Ober-Sheller an die Regierung Trump als Außenminister abzugeben, leihweise, gegen kleines Geld plus Dienstwagen, Tanken gratis.

Shell bietet in seinen (hust hust …) deutschen Läden ein deli2go an, cafeebraun, damit man gleich weiß: Ahhhh, Kafee!

Und ich versuche mal, den Menschen über fünfundzwanzig bis dreißig zu erläutern, was das heißt. Übrigens, ich habe Kinder in dem Alter, die das zwar lesen können, aber nicht so sprechen, Gott sei Dank! Sie brechen diese Art der Ikonografie für mich auf Ewiggestrigen-Niveau herunter.

  • Deli ist ein in den USA oft genutzter Begriff für Lebensmittelgeschäfte gehobener Provenienz. Der Ami hat sich das deutsche Wort Delikatessen (kam über delicatus, lateinisch, und délicat, französisch, zu uns) geschnappt, das K quickly durch ein C ersetzt (macht der so, ist ja auch in Ordnung) und es zu Deli runtergemetzgert. Das macht der Ami auch gern, er kürzt ab, hat ja keine Zeit. Er schreibt auch your für you are oder, schneller noch, urShell übrigens ist auch aus dem AbkürzungsWahn entstanden. Als die Firma gegründet wurde, gab es Zweifel an der Lauterkeit des Handelns. In holländischen Papieren aus dem Jahre 1832 (liegen allein mir vor, danke, Samuel) hieß die Firma noch Shall we really do this? Daraus machte dann der spätere Trump-Außen-Kämpfer einfach Shell, nachdem er mit Tony Curtis und Frau Monroe eine Muschel, eine ω shell, am Strand von Alaska gefunden hatte, dokumentiert in dem Film ω Manche mögens’s heiß.
  • 2 ist natürlich eine Zahl. Lesen wir auf Deutsch wie zwei. Der Ami liest es wie two (sprich tu) und kommt damit lautmalend sehr nah ran an to, also zu. Macht der Ami oft, dass er 2 schreibt, aber to meint. Hat ja keine Zeit, der Ami. Come2me wäre so eine Aufforderung für … er nennt es Date. Mit der 4 (lies four, auch for) spielt der Ami auch: Time4dinner now. Macht der Ami schnell, das Fast-Food-Dinieren, hat ja keine Zeit. Und wenn er es mal nicht als Fast Food haben will, der Ami, dann nennt er es deli. Deli41 wäre somit die hastige Übersetzung für – Achtung: Dinner for one!
  • Go heißt gehen bei den Amis.

Lerneffekt bisher für alle über dreißig: Was Gutes zum Essen, auch zum Mitnehmen, Ami-Short-Sprech: Deli2go.

In der Tanke sah ich einen Caffè-Automaten (ausgeschaltet) und ein im selben Brown gehaltenes Tablett mit zwei eingeschweißten Semmeln unergründlichen Belags.

Macht dem Ami nix. Mir schon.

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