In vino was auch immer …

2013-03-19 21.55.16

Ich bin Weintrinker. Rotwein. Ich mag die Schwere, und ich bilde mir ein, meine Lieblingsrebsorte für den Alltagsgenuss – Syrah oder Shiraz – herauszuschmecken bei Blindverkostungen. Habe indes auch schon herbe(!) Niederlagen erlebt, wenn ich dieses Großsprechen belegen musste. Aber auch schon triumphiert.

Einerlei. Hier geht es um Weinbeschreibungen. Ehrlich, ich verstehe sie nicht. Aus den vielen Anpreisungen von Weinhäusern, die mir digital ins Haus flattern – die Empfehlungen, nicht die Weinhäuser – habe ich mal eine herausgegriffen. Typisch für diese Sprache: Sie duftet, sie klingelt, sie spielt mit Wörtern – und sie sagt doch nichts.

Beerenaroma, erinnert an Pflaumen, Schattenmorellen und ganz dezent an nobles Holz, steht da. Lesen wir noch einmal: Beerenaroma ist übrigens eines der seltenen deutschen Wörter, die nach den führenden B schriftbildlich ohne Höhen und Tiefen auskommen und das daher am besten gekoppelt wird zu Beeren-Aroma. Das Beeren-Aroma also erinnert an Unbeeriges, an Pflaumen und Schattenmorellen, also an Kirschen. Dazu Holz, nobles. Können Sie den Duft jetzt ahnen? Na, schwer wird der Duft sein, schwer. Der Duft, nicht der Geschmack. Dieser Wein duftet also, bei entsprechendem Nase-ins-Glas-Halten. Und wie schmeckt dieser Merlot?

Keine Ahnung. Denn am Gaumen, so lesen wir weiter, ist er ein Schmeichler, der Wein. Schmeckt saftig, wenig Säure, runde Tannine. Nichtssagend, nicht wahr? Erst kommt der Wein mit Beerigem plus Pflaume und Kirsche. Dann wird es saftig. Aha!

Dazu kommt, dass Robert Parker, einer der Franziskus'(!) der Önologie, nichts über diesen Wein sagt und auch keiner seiner Punkte aufgeführt wird (ab 90 von 100 wird es interessant bei den Parker-Punkten), sondern lediglich zitiert wird mit einem allgemeinen Satz.

Dieser Unfähigkeit der Sprache, Wein zu beschreiben, habe ich mich schon einmal angenommen. Lesen Sie hier etwas über wütende Synapsen. Sehr unterhaltsam, der Text – den, auch den ich mich da beziehe.

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