Wer panscht denn da herum?

130612_Sprachpanscher

Der Verein Deutsche Sprache e.V., dessen Adresse Sie dort lesen und dessen digitalen Zugang Sie ebenfalls auf dem Blatt sehen, kürt in jedem  Jahr den Sprachpanscher des Jahres: jenes Wesen also, das öffentlich genug ist, um zu wirken, und das durchmoderngewalkt genug ist, um beim beliebten Wettbewerb Wer baut regelmäßig die schönsten Anglizismen? ganz weit vorn zu landen.

Eine Liste der Sprachpanscher der Vorjahre finden Sie hier. Andrew Jennigs übrigens, Sprachpanscher des Jahres 2012 und quasi im Nebenberuf Vorsitzender der Geschäftsführung von Karstadt, wird seinen Posten am Ende dieses Jahres räumen. Die deutschmeisterei zum Thema Karstadt finden Sie hier.

Ich bin Mitglied des VDS, folglich stimmberechtigt. Der Vorsitzende des Vereins, Professor Walter Krämer, ist Herausgeber des Deutschen Sprachkompasses, den ich schreibe und verantworte.

Mein Wahl finden Sie auf dem Zettel. Ich will diese Wahl begründen. (1) Ich halte die Nominierung des Duden für mutig. Noch immer ist der Duden die Norm. Noch immer darf man etwas schreiben, und wenn es der Duden als richtig anerkennt, ist es richtig; es ist dudenkonform – und das bedeutet: korrekt. Mutig ist die Entscheidung, weil der Duden gleichwohl das Band knüpft – und immer knüpfen wird – , an dem wir uns entlanghangeln. Die Arbeit des Duden ist unerlässlich. Und gut und richtig.

(2) Auch wenn ich die Wortwahl des VDS in seiner Begründung für leicht marktschreierisch halte: Der VDS hat vollkommen recht mit dem, was er sagt. Steht ein Wort erst einmal im Duden, gilt es als normiert; der Duden macht es quasi amtlich. Jene Wörter, die der VDS da aufführt, sind nur ein Teil dessen, was übel durch den Duden panscht. Im Sprachkompass nehme ich mir monatlich in der Serie Anglizismen alle populären vor – und  sage dazu, ob sie dudenkonform sind oder nicht. Es ist erschreckend, manchmal.

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