Was eine Bombe alles sagt …

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Auweia, was man als Lesesüchtiger alles so liest. Quer durch den Garten – und dann das, Quelle: cosmoplitan.com. Es geht also um eine Dame namens Michelle McGee, die mit verschiedenen Attributen bezeichnet wird, über die ich mir hier nicht auslassen möchte. Eine bombshell, das wusste ich nicht, ist erst einmal – militärisch gesehen – eine Bombe. Aber eben auch eine Sexbombe, manche nennen diese Damen auch, wir bleiben militärisch, Granaten.

Wie dem auch sei, diese Michelle McGee, durchtätowiert bis in die Haarspitzen, hatte eine Affäre mit Herrn James, dem Mann von Sandra Bullock. Und nun tut es ihr leid. Ach, ja.

Mich interessiert vielmehr der letzte Satz dieser Nichtigkeit: … denn mit Lügnern und Betrügern fängt sich nun mal nichts an … (wobei das sich gewiss sie heißen sollte!), und dann schreibt der Autor, Achtung: … spielt sich das Tattoo-Modell mit zweifelhaftem Ruhm nun als moralische Instanz auf.

Jesses! In der Schule haben wir gelernt, dass sagen das richtige Verb für die Tätigkeit des Sprechens oder Sagens ist. In der Schule haben wir auch gelernt, dass der Lehrer es langweilig fand, wenn wir Worte wiederholten. Und so variierten wir das Verb sagen zu meinen – behaupten – von sich geben – sprechen – etwas dem Mund entgleiten lassen – ausstoßen (spitz) – knödeln (dumpf). Und meinten doch immer nur sagen.

Auf der Journalistenschule mussten wir zur Strafe mehrere Tage lang Texte wie den da oben schreiben oder redigieren, wenn wir auch nur ein einziges Mal ein anderes Wort für sagen einsetzten. Und neulich habe ich in einer Anweisung für Romanautoren gelesen, dass es bei Entzug des Klapprechners, WLAN und Wikipedia verboten sei, das Worte sagen durch ein anderes zu ersetzen. Ist das deutlich genug?

Ja, alle Mahner haben recht. Und nun sehen Sie auch den Grund, warum ich diesen Text heute ausgewählt habe. Denn in den paar Wörtern, die diesen Absatz schließen, finden sich alle Regeln um das Wort sagen wieder.

… spielt sich das Tattoo-Modell mit zweifelhaftem Ruhm nun als moralische Instanz auf. Jesses! Der Autor setzt nicht nur seine Meinung über die Dame in den Vordergrund (… zweifelhafter Ruhm …), er wirft ihr auch noch vor, sich als moralische Instanz aufzuspielen. Hey, welchen Ruhm die Dame genießt, haben Sie doch schon klargemacht (Bombshell, Ex-Matratze). Und mehr als das: Nun kritisieren Sie auch noch, dass sie sich als moralische Instanz aufspielt – das darf vielleicht die Gattin, Frau Bullock, und das darf keine Bombshell mit vielleicht fünf Prozent untätowierter Körperfläche? Oder wie oder was?

Oder wollten Sie einfach mal zeigen, wie allerfeinst Sie beim Zitat-Wort sagen versagen können?

… denn mit Lügnern und Betrügern fängt sie nun mal nichts an, sagt Michelle McGee. Passt doch, oder?

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