Wie schreibt man eigentlich Lübijen?

Zugestanden, Libyen richtig zu schreiben, ist beinahe ebenso schwierig wie bei Myanmar (vorn ein Y), Liechtenstein (mit I E), Tadschikistan (genau so!), die Färöer-Inseln (Ö hinten und Ä) oder Hawaii (Doppel-I am Ende, nach einem Vokal, sehr selten, ich glaube welteinmalig sogar) nicht zu patzen mit den Buchstaben.

Libyen, mit I und dann erst Y! Sollte man wissen, so häufig, wie das Land gerade durch die Medien zieht. Sollte man auch in Deutschland wissen. Sollte man in Europa wissen; sollte man auch in Lübyien wissen.

Klar weiß man das in Libüen. Dort schreibt man es mit arabischen Schriftzeichen und von rechts nach links, und da ich Arabisch mal gelernt habe, kann ich hier die arabischen Zeichen für Sie transkribieren:
                                                        L-(laaaaaanges)IBIYYA.
Daher also erst das I (auch wenn es lang gesprochen wird), dann das Doppel-Y , das dann weltweit auf eines zusammenschnurrt − wo bitte gibt es weltweit ein Wort mit Doppel-Y?

Ist also klar, oder?

Umso überraschter war ich, als ich in der Mediathek des ZDF eine Dokumentation sah, in der plötzlich die Flagge des libyischen Revolutionsrats auftauchte, auf der es hieß FREE LYBIA, das Y zuerst, dann das I. Nicht etwa von einem Revoluzzer mit der Hand draufge-eddingt (dann wäre es wohl von rechts nach links geschrieben worden), sondern: gedruckt, in Druckschrift, schauen Sie auf das Bild.

Keine Ahnung, warum. Ich vermute nur, dass die Jungs anderes zu tun hatten, als vor dem Druck (bei all dem politischen!) in den libischen Duden zu schauen.

Übrigens, die Lybia tesselata ist ein Krabbeldings aus der Zoologie, zu erkunden hier.

4 Kommentare zu "Wie schreibt man eigentlich Lübijen?"

  1. Hallo Deutschmeister, eine gute Wahl dieses Thema. Kürzlich ist mir schon aufgefallen, dass auch einige unserer Minister wohl nicht so genau wissen, wie das mit Libyen ist. Allen voran Rösler und Westerwelle haben in Fernsehinterviews von Lybien = phonetisch Lübien gesprochen. Da sollte man wohl mal einen „Link-Wink“ geben…

  2. Der Ländername „Libyen“ geht auf die antike geographische Bezeichnung Libyê (Griechisch) bzw. Libya (Lateinisch) zurück und hat nichts mit dem Arabischen zu tun. Mit der arabischen Selbstbezeichnung Libyens (Lîbijâ) wurde nur der antike Name übernommen und arabisiert.
    This is what „Leo.org says!
    Bei Leo hab ich grade auch Folgendes gefunden und finde es bedenkenswert (nicht erst seit heute)
    … wie definiert sich denn „richtige Aussprache“ bei Ländernamen? Muss die so dicht wie möglich an der Sprache des betreffenden Landes sein? Ich habe doch auch kein Problem damit, England und Schottland und Irland deutsch auszusprechen (aber seltsamerweise nicht Wales und Cornwall). Umgekehrt habe ich auch kein Problem mit Germany, Allemagne, Duitsland und Vokietija (jaha, so heißt „Deutschland“ auf Litauisch). *grübel*

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