Nach-Sicht!

Wie geht es hier nach Aldi? – Zu Aldi! – Ach, schon zu, schon acht Uhr? Dieses Witzlein fiel mir ein, als ich dieses Bildchen auf Facebook fand. Ort: der Bahnhof von Zwickau.

Sie sehen schon, bestimmte Volksstämme – ja, ihr Westfalen! – nutzen die Präposition nach auch räumlich, nach Aldi. Wie kommt ich denn am besten nach’m Friedhof? Da brüllt jeder auf.

Wie kommt ich denn am besten nach Köln? – Wie kommt ich denn am besten nach Hause? 

Keiner brüllt. Nach räumlich einzusetzen, kann so falsch nicht sein, wenn es um Ortsbezeichnungen geht. Und dennoch stößt

Nach den Bahnsteigen

übel auf. Und ehrlich, ich habe keine Ahnung, warum. Schaue also in den Duden und die deutsche Grammatik und finde dies, in Klammern die Quellenangaben des Großen Wörterbuchs:

Nach bezeichnet a) eine bestimmte Richtung: nach oben, unten, hinten; von Osten nach Westen ziehen. b) ein bestimmtes Ziel: nach Amerika fliegen; nach Hause kommen, gehen; dass jeder, der an der Schweiz etwas auszusetzen hatte, nach jenem sagenhaften Moskau gehen sollte (Zorn, Mars 168); c) (landschaftlich) zu hin, in: nach dem (in den) SŸüden fahren; nach der (zur) Bahn gehen; nach (zur) Oma gehen; Meine besten Freundinnen sind nach dem (in den) Westen gegangen (Spiegel 32, 1988, 19); Geh’n wir mal nach (zu) Hagenbeck (Hšörzu 40, 1982, 84).

Und Sie sehen schnell, wichtig hier ist allein der Abschnitt kleines C. Landschaftlich als zu, hin, also in einigen Landstrichen durchaus üblich. Und wenn es schon als Duden-Beispiel herhalten muss – nach der Bahn gehen –, dann darf Zwickau auch sagen: Nach den Bahnsteigen.

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