Schwarz und aufgeblasen

Ja, das ist die Frage, liebe Leserinnen und Leser, was ist eigentlich mit der Null. Im Nullkommanichts (richtig so geschrieben) liefere ich Ihnen die Antwort. Und die ist ausführlich. Denn die Null ist keine Null, wenn es ums Deutsche geht.

Erstens zur Schreibweise von Zahlen. Ist einfach. Wir schreiben Zahlen immer klein, es sei denn, wir machen sie durch ein (auch gedachtes) Artikelchen zum Substantiv. Ich beispiele: Er hatte sechs Arbeiten in Mathe in diesem Jahr geschrieben, fünf von denen endeten mit einer Vier, eine mit einer Eins, die andere mit Sechs. – Im Pokern hatte er am meisten Glück, wenn seine Starthand die Doppel-Sieben war. Mindestens vier Mal fing das gut.

Klar, oder? Noch eines, und wir nähern uns der Zahl des Tages: Mein Nachbar, dieser Kretin, ist nichts als eine neureiche Null. Und Sie sehen hier schon, im Übergang zur Betrachtung des Ausschnitts aus meiner Heimatzeitung, der Nürnberger, dass die Null auch übertragen stehen kann.

Die Frage ist nämlich nicht die nach der Schreibung der Null – groß, vollkommen richtig! –, sondern die nach dem großen schwarzen Adjektiv, dem Schwarze.

Wir schrieben das Adjektiv in solchen Konstruktioen groß, wenn wir die beiden Wörter als – so der richtige Ausdruck: – feste Verbindung betrachten. Haben wir bald: der Heilige Abend, und: das Rote Meer (Eigenname), der Erste Bürgermeister und der Erste Mai. Sei Kurzem dürfen auch in Hierarchie-Bezeichnungen die Artikel großgeschrieben werden: der Leitende Kriminalhauptkommissar. Der Duden lässt beides zu, empfiehlt expressis verbis die erhabene Schreibung: gelbe/Gelbe Karte, gelbes/Gelbes Trikot, erste/Erste Hilfe, goldener/Goldener Schnitt, kleine/Kleine Anfrage, neue/Neue Medien.

Und nun lasse ich Sie allein mit dem Problem. Analog zur Roten Karte und zum Lila Trikot (zur Lila Kuh sowieso, Eigenname) dürfte man die Beispiel-Null groß oder klein schwärzen. Ich empfehle: Lassen Sie das Schwarze klein, aber sehen Sie es denen nach, die es aufblasen.

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