Aus dem Stand ins Heft … ähhh, in die Haft

Oh mein Gott, nun auch du, Süddeutsche Zeitung, verehrte, geschätzte, immer gern gelesene. Nun machen auch die Münchner mit, Herrschaften. Schauen Sie genau hin. Ich gebe zu, das Beispiel ist etwas älteren Datums, Sommer dieses Jahres, schätze ich.

Ich vermute mal, die Altehrwürdigen des Blatts werden sagen, das sei ja nur im Magazin der Zeitung passiert. Ja, wissen’s Sie, das san die Jungen, a Spielwies, wir nennen’s immer die Bullenweide. Das schaut sich keiner aus der Politik oder der Wirtschaft an.

Stil Leben

Ja, das ist ambitioniert. Richtig. Ich klapper mal die Möglichkeiten ab, diesen beiden Wörter noch einen Sinn zu geben, der mit den Regeln konform geht.

  • Man wollte aufmerksam machen auf die 3-L-Schreibung Stillleben, hat die Wörter getrennt, um Menschen wie mich zu locken. Ging daneben, Leute.
  • Man wollte so etwas sagen wie: Es gibt Menschen, die leben ihren Stil. Upppsss, dann reden wir mal über die Großschreibung von Verben im Satz, ihr Jungspundler.
  • Man hat einfach den Binder vergessen zu StilLeben, um aufmerksam zu machen auf die Nähe zu Still-Leben. Herrschaften, auf dem Titel?

Aähhhhh, stotter, Hirnleere meinerseits, respektive Hirn Leere oder Hirn Lehre.

Letzte Möglichkeit, und die halte ich für wahrscheinlich. Die Jungen: Wir wollten es einfach so, es soll klasse aussehen, mal was Neues, nicht immer so was Hergebrachtes. Sieht doch formidabel aus. –  Hey, das nennt man in Fachkreisen Deppen Leer Zeichen und ist arg verpönt … nein, es ist falsch. – Merkt doch keiner …

Ätsch!

2 Kommentare zu "Aus dem Stand ins Heft … ähhh, in die Haft"

  1. Leif-Ove Murayama | 28. November 2018 um 7:17 | Antworten

    Ich kenne diese spezielle Ausgabe des SZ-Magazins zwar nicht, aber vielleicht heißt der darin präsentierte Stil schlicht und einfach Leben. Dann wäre kein Bindestrich notwendig, ein drittes l ebenfalls nicht, und die Leben in die Zange nehmenden Anführungszeichen kann man zur Verdeutlichung schreiben, sind aber auch nicht zwingend vonnöten.
    Sollte ich mich mit dieser Vermutung irren, ist die „Wie vergeige ich einen Titel“-itis wohl von München auf Wien übergeschwappt: Am Donnerstag vor zwei Wochen lief auf ORF III (einer der wenigen schaubaren Fernsehsender – manchmal zumindest) um 22.45 Uhr die Dokumentationsreihe „Im Brennpunkt“ – so die Angaben in der Mediathek des ORF, wo ich mir diese Sendung zu einem anderen Zeitpunkt zu Gemüte führte. Nach etwa einer Minute flimmerte der Titel in großen, nicht zu übersehenden Buchstaben über den Bildschirm: „Trumps Festung Amerkia“. Ja, merk i ma.

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