Der Gerst wieder

Wie soll es denn mit dem Bild etwas Unterhaltsames werden? Ich höre Sie maulen. Ja, Sie haben ein Recht auf leichtes Schmunzeln am Freitag. Das Recht haben Sie sich durch jahrelanges Lesen dieses einen, feinen Blogs erworben. So ist das. Ich schiebe den Schmunzler auf den Montag, den Heiligen Montag-Abend. Versprochen. Und dann schweige ich für ein paar Tage. Auch versprochen.

Alexander G., den meisten nur als @astro_alex bekannt, ist wieder da. Die Mann und Frauen von spiegel.de überprüfen das, gepeinigt von einem ω Skandal um ihre Glaubwürdigkeit, mehrfach. Sie sehen sogar die Bilder der Landung im Fernsehen – und zweifeln weiter. Nachdem auch das Kerstradehofener Markt- und Wochenblatt die Meldung in Kestrade verbreitet hat, ziehen sie nach und titeln am Donnerstag

Alexander Gerst ist wieder auf der Erde gelandet

Und dann kommt so ein kleines Online-Dings namens deutschmeisterei.de daher und sagt: Hallo, könnt ihr das noch mal lesen, bitte? So stimmt das nicht.

Stimmt auch nicht, denn @astro_alex ist ja nicht zum zweiten Mal auf der Erde gelandet nach seinem Ausflug auf die ISS. Die Zeile des Spiegel liest sich wie: Er hat es schon wieder getan, der Teufelskerl! Gondelte mal wieder 194 Tage relativ erdfern und ebenso schwerelos durch die Star-Wars-Geschichte. Sackra!

Der große Deutschlehrer ω Wolf Schneider hat einmal sinngemäß und natürlich leicht übertrieben gesagt: Ein Satz mit zehn Wörtern ist schlechter als ein Satz mit acht Wörter, der das Gleiche sagt. Stimmt.

Hier wären weniger Wörter mehr

Alexander Gerst ist gelandet

oder

Alexander Gerst ist wieder auf der Erde

Beide Beispiele zerhacken die Verbindung von wieder und gelandet. Das wieder im spiegel.de-Satz legt den Schluss nahe, das Adverb beziehe sich auf das Verb, heißt ja auch ad verbium, zum Verb gehörig. So wäre es besser, so wäre es richtig. Lies: Er ist nicht wieder gelandet, er ist wieder da. Oder wieder auf der Erde (nachdem er lange Zeit nicht da war).

Und mit dieser Betrachtung zum alltäglichen Deutsch entlasse ich Sie ins Wochenende – und komme wieder am Montag um zehn Uhr mit einem echten Schmunzler.

2 Kommentare zu "Der Gerst wieder"

  1. Leif-Ove Murayama | 22. Dezember 2018 um 7:26 | Antworten

    „Das ‚wieder‘ im ‚spiegel.de‘-Satz legt den Schluss nahe, das Adverb beziehe sich auf das Verb […]“ – Genau das trifft auch zu: „Wieder“ kann sich darauf beziehen, dass Gerst bereits Ende 2014 nach mehrmonatigem Allausflug auf der Erde gelandet war. Nun ist ihm die Rückkehr zum zweiten Mal geglückt. Von daher würde ich bei diesem Titel keinen Einspruch erheben. Anhänger des Mottos „In der Kürze liegt die Würze“ hätte „Alexander Gerst ist wieder auf der Erde“ freilich besser gefallen, es enthält allerdings auch eine Information weniger.

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