Frauen, hört die Signal-Preise!

Sie kämpfen mit allen Mitteln, die alten weißen Männer. Nichts ist ihnen heilig – auf den Weltfrauentag, den wir heute völlig enthusiasmiert begehen, pfeiffen sie. Nein, mehr als das. Sie verhöhnen mehr als fünfzig Prozent der Weltbevölkerung, auch und gerade an den typischen Sammel- und Aufmarschplätzen der unterdrückten Frauen weltweit, den Fußgängerzonen und Einkaufsparadiesen.

Tatort beispielsweise: Deichmann(!) in Bochum, Auslage. Der Aufmerksamkeit von Klaus H. ist es nicht entgangen, dass hier ein besonders perfider Anschlag auf die Gleichstellung der Frau halbwegs unbesehen über die Bühne geht. Bekannt ist doch, dass gerade im Raum Bochum – Essen – Watten-, Langen- und Lüdenscheid die Frauen nach vorn streben. Sie wollen von den Töpfen am Herd an die Töpfe der Macht.

Viele an den Straßen und Plätzen klatschen ihnen Beifall, auch vereinzelt Männer: die mit Bequemschuhen, Rucksack, Funktionskleidung. Mit einem sanften Lächeln schieben die ehemaligen Herren der Schöpfung Xaver-Oliver oder Clara-Rosinante im Kinderwagen entlang des Demonstrationszugs im Gleichschritt mit Mama, ihr, der Herrin voller Erschöpfung, zujubelnd, das Fläschchen mit naturtrockener und ebenso belassener Hafer-Hirse-Quinoa-Mischung wärmend an der Wange.

Ein Bild für die Göttinnen!

Und dann kommt dieser Deichmann! Einer der letzten alten weißen Exemplare, über die es übrigens ein sehr lesenswertes Streitgespräch zwischen Sophie Passmann und Jan Fleischhauer im ω Spiegel gibt . Mann Deich aber will die Frauen ins Heim heimholen – dahin ergo, wo sie hingehören.

Kids. Nochmals reduziert! Bis zu 70 %

Ich, ein sehr bewegter Mann, lese das so: Ihr wollt doch Kinder, ihr Gebärerinnen! Und wenn ihr die nicht wollt zum alten Preis, dann nehmt das Sonderangebot. Aber lasst den Quatsch mit der Emanzipation!

Hören Sie mal! Und das am Weltfrauentag! Eine Unverschämtheit! Bodenlos und sondersgleichen. Ein Schlag ins Gesicht der Aufrechten.

Ich hoffe, dass ich meine Empörung übers Wochenende abbauen kann. Ihnen gelingt es sicherlich auch, selbst wenn es stürmisch und regnerisch zu werden droht.

6 Kommentare zu "Frauen, hört die Signal-Preise!"

  1. Katarina Endris | 10. März 2019 um 20:21 | Antworten

    Sprachkritik in lustiger Form:Chapeau.
    Aber bitte nicht „Fehler behalten“ lassen, wie z. B. die Kommasetzung in diesem Hinweis. Passt nicht zu einem Kritiker.
    Kam hierher wegen „vertendeln“ im heutigen Videotext der ARD.

    • Danke, Frau Endris, den Chapeau setze ich mir gern auf. Und Ihnen überreiche ich einen, denn nach fast acht Jahren Bloggerei sind Sie die Erste, die den Kommafehler in meinem Motto bemerkt. Und ja, das ist neckische Absicht. Und ja, auch mein Briefpapier ziert dieser Satz.

  2. Katarina Endris | 10. März 2019 um 20:27 | Antworten

    A propos „pfeifFen“ im Artikel zum Weltfrauentag erinnert mich irgendwie an „vertendeln“.

    • Frau Endris, da ich manchmal sehr excathedralisch auftauche, habe ich es mir angewöhnt, eigene Fehler offen zu korrigieren, wenn sie nach acht- oder achtzehnmaligem Lesen mir nicht auffallen. Da stand erst PFEIFFEN, wie PFEIFFER mit drei F. Bis mir die Schuppen aus den Augen fiehlen.

    • Vertendeln finde ich großartig, das kommt doch von TENDENZ und vom TENDER, dem Kohlenanhänger von Dampfloks, und hat mit TAND nichts zu tun, nienimmernicht …

  3. Katarina Endris | 10. März 2019 um 20:30 | Antworten

    Oder ist da ein f durchgestrichen statt gar nicht erst geschrieben?

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