Mach mir den Kopf

Schauen Sie sich das mal an. Es ist vollkommen klar, was dieses Plakat, gefunden in Nürnberg, will. Es sagt uns Radlern: Zieht den Helm auf, alles andere macht Matsche, falls man aufs Hirn knallt. So weit, so verständlich. Und sicherlich auch löblich …

Dennoch hadere ich mit den Worten.

Mach dir kein Kopfzerbrechen

Ich denke, dass Kopfzerbrechen – eigentlich klar konnotiert: denk nicht so viel nach! – in diesem Fall eine zweite Bedeutung bekommt (mein Lieblingsthema: Wortspiel), die der ersten, der Hauptbedeutung widerspricht. Sich den Kopf zu zerbrechen bei einem Unfall hat als Warnung einen Beigeschmack, auch wie Bärchen da liegt, ich will mir das bei einem Kind gar nicht vorstellen.

Vor allem aber: Ich muss mir doch Kopfzerbrechen bereiten, um dem Nachwuchs den Helm aufs zarte Köpfchen zu setzen.

2 Kommentare zu "Mach mir den Kopf"

  1. Leif-Ove Murayama | 25. April 2019 um 18:12 | Antworten

    Wenn schon Wortspiel, dann „Zerbrich dir nicht den Kopf“. Das wäre kürzer, prägnanter, eindringlicher und vor allem schöneres Deutsch gewesen. Bei „Zerbrich“ als erstem Wort schellen doch von Anfang an alle Alarmglocken, mit „Mach“ jagt man hingegen niemandem einen Schrecken ein. Doch wer will schon eine „Schöne neue Welt“ mit schönem Deutsch? Heutzutage muss man fast froh sein, dass der Werbetexter nicht „Tu dir nicht Kopfzerbrechen machen“ aus dem Ärmel gezaubert hat. „Idiocracy“ ante portas.

Einen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

*Anzeige: Die Seite enthält Links zu mehreren Webseiten, auf denen Sie Bücher bestellen können. Hierbei handelt es sich um Werbung. In eigener Sache zwar, aber Werbung bleibt Werbung, weshalb ich Sie an dieser Stelle darauf hinweise.