Acht Fragen, auf deren Antwort Sie als treue Leser schon seit acht Jahren warten – aber sie nie zu stellen wagten. Hier kommen die Lösungen, pünktlich zum achten Geburtstag … ach!

Erstens. WIE viele Beiträge sind bisher erschienen? Das ist das Thema Schreibschweiß. Stichtag achter Geburtstag sind 1.666 Eintrage veröffentlicht worden. Kommentare. Stichtag achter Geburtstag sind 1.001 Kommentare veröffentlich worden. Sie wundern sich über die präzisen Angaben? Das Blog-Programm WordPress liefert gnadenlos Statistiken. Anzahl der Artikel, die nicht aus meiner Feder stammten: null. Anzahl der Anfragen, für Produkte in meiner Schreibe Schleichwerbung zu machen: circa eine pro Monat, na, acht bis zehn pro Jahr. Anzahl der Anfragen, meine Seite nach werbetechnischen Gesichtspunkten aufzuhübschen, um sie beim Googlen weiter oben zu platzieren: zwei pro Woche. Man nennt das suchmaschinenorientieres Schreiben, kurz: SEO, Search Engine Optimization. Und nein, auch wenn der Duden oder ein anderes sprachnahes Unternehmen mir für eintausend Euro im Halbjahr Werbung verspricht, reizt mich das nicht.

Zweitens. WIE viel Zeit benötigen Sie pro Werktag? Ich schreibe an einem Beitrag zwischen fünfzehn und sechzig Minuten. Ich entscheide spätestens beim Frühstück, nach welchem Thema mit der Sinn steht. Beinahe ebenso wichtig: der Alltag. Ich gehe oder lese oder schwimme oder radle oder fahre – und plötzlich diese eine Irritation. Da war doch was! In diesen acht Jahren hat sich die Wahrnehmung, die tägliche, wirklich verändert. Sie dreht sich um die deutschmeisterei.de. An dieser Stelle meinen tiefen Dank an alle, die im Alltag so denken wie ich und knipsen.

Drittens. HALTEN Sie Ihre Arbeit für erfolgreich? Das ist schwer zu messen. Ich wäre vermessen anzunehmen, dass mein Gefingere etwas am Zustand der deutschen Sprache verändert hätte. Bestenfalls habe ich Sie gut unterhalten – und ein wenig aufmerksam gemacht auf Phänomene. Vielleicht erheitert es Sie, noch einmal das Manifestlein zu lesen, mit dem ich vor acht Jahren angetreten bin. Dauert nicht lang, ω klicken Sie hier.

Viertens. WIE sieht Ihre Einnahme-Überschuss-Rechung aus? Die Seite kostet beim Provider rund dreißig Euro im Jahr. Dazu kommen die Gestehungskosten via Webdesigner und die Aufwendungen für Programme, schmuckes Design auch, meist aber Sicherheitssoftware. Rechnen Sie mal mit gut zweitausend Euro in diesen acht Jahren. Einnahmen durch Werbung (die ich nicht anbiete): folglich null. Einnahmen durch Vergütungen von Dritten: null. Möglichkeit der steuerlichen Absetzbarkeit: vorhanden.

Fünftens. GAB es denn mal etwas sehr Aufregendes? Es gab ein Ereignis, das mich lange beschäftigte. Mein Provider meinte vor vier oder fünf Jahren, ich hätte gekündigt. Die Seite war vom Netz für ein paar Tage. Der Provider sah zwar den Irrtum ein, aber sich auch außerstande, die Texte wieder hochzustellen – bis er ein Anwaltsschreiben sah, das eine Schadensersatzsumme enthielt: Anzahl der damals überprüfbar veröffentlichten Artikel mal fünfzig Euro, meine ich, mich zu erinnern. Dann dauerte es genau einen Tag …

Sechstens. HABEN Sie sich über Ihre Arbeit mal geärgert? Aber ja. Oft. Immer wenn ich Fehler gemacht habe, oft strunzdumme oder welche aus Unkenntnis. Oder aber, am schlimmsten: aus Hybris. Wenn ich schlank und frei oder in Eile vor dem Zehn-Uhr-Termin etwas behaupte, das nicht stimmt. Das kam vor. Das hängt mir lange im Kostüm. Bitte ersparen Sie mir die Pein, im Gesamtwerk diese Fehler auch noch zu verknupfen. Ich habe alle Fehler mit Asche auf meinem Haupt offengelegt.

Siebtens. HATTEN Sie jemals Probleme mit der Justiz? Drei Mal in diesen acht Jahren hatte ich juristische Händel mit Firmen oder Personen, die sich von mir in justiziabler Weise angegangen fühlten. Sie empfanden meine Wort als schmähend, schändlich, hinterfotzig, niederträchtig, hundsgemein. Es kam nie zu einer Gegendarstellung oder Entschuldigung.

Achtens. WIE lange werden Sie die Seite noch betreiben? Diese Seite am hintersten Ende des Internet, rechts nach der Zielgeraden, wird genau so lange bestehen, wie ich Lust dazu habe oder es mich drängt, öffentlich zu sein. Keinen Tag länger. Es gibt keinen Vertrag, keine Verpflichtung, keine Bindung. Ich kann Ihnen nicht mal sagen, ob sie den 29. Juli 2021, den zehnten Geburtstag, erlebt.

Das Bildchen zu diesem Tag stammt von Carl Johann Lasch (1822-1888), „Kinder zum Geburtstag“, honorarfrei

 

 

2 Kommentare zu "Acht Fragen, auf deren Antwort Sie als treue Leser schon seit acht Jahren warten – aber sie nie zu stellen wagten. Hier kommen die Lösungen, pünktlich zum achten Geburtstag … ach!"

  1. Tach Herr Lohmann,

    herzlichste Glückwünsche zum Achten!

    Seit ich im Sommer 2015 per Zufall auf Ihr Blog gestoßen bin, hat sich meine Sensibilisierung für sprachliche Verfehlungen spürbar erhöht. Das merkt auch mein Umfeld und nicht selten wird mir Erbsenzählerei vorgeworfen. Ignoranten!

    Wiedemauchsei, es macht mir trotz allem Spaß, diese Dinge aufzuspüren und letztlich Ihnen zu treuen Händen zukommen zu lassen.
    Zur Feier des Tages bekommen Sie heute einen Perscheid, einen falsch gebeugten Anglizismus und ein Wortspiel.

    Liebe Grüße
    Klaus Heyne

  2. Danke, Herr Heyne, der Perscheid ist großartigst …

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