Wie Kenia das Deutsche rettet

Sie kennen das aus deutschen Krimis. Der Kommissar patzt oder hat Schiss oder seine Anweisungen. Er holt das MEK, das SEK, die Schnelle Eingreiftruppe, das KSK oder, früher mal, die GSG9, um das Haus zu stürmen. Die Bruch-Profis kommen mit allerlei Ramm-Werkzeug, öffnen jeden Raum, und wenn sie darin nichts Verdächtiges finden, bellen sie in die Mikros: Safe!

Das steht für: Dieser Raum, den wir nach einem waghalsigen Einsatz auf Zuruf eines unfähigen Kommissars unter Leitung unseres ω Ulrich Wegener soeben geöffnet haben und durchleuchtet, ist sicher. Ihr könnt reinkommen! Wenn sie diesen Satz bei jedem Raum sagen müssten, wäre das bei einer Drei-Zimmer-Wohnung machbar, geht schnell. Durchsuchten sie aber mehrere Villen russischer, muselmanischer oder kolumbianischer Oligarchen mit zwanzig Räumen, käme das Räum-Kommando schnell auf ein paar Hundert Überstunden pro Jahr. Daher: Safe ist irgendwie schnell und internationaler und damit genehmigt, besser wäre aber: Sicher.

Diese Vorrede war nötig, um die Seite zu verstehen, auf der die kenianische Regierung Visa anbietet, online. Natürlich will die Regierung einiges über die Einreisewilligen wissen. Hat man ein paar Felder ausgefüllt, sagt die Regierung

SAVE DEINE ANWENDUNG

und fragt dann weiter. Darf die Regierung das?

Natürlich darf sie das. Fragt sich nur, warum sie dann nicht Knopf nicht mit SPEICHERN belegt, wie es allgemein üblich ist. Das wäre einfacher. Und angemessener.

Denn eigentlich können sie es, wie das nächste Bildchen zeigt.

Hat man brav eingegeben, ob man eines traditionellen Geschlechts ist, sieht man auch, dass man die Angaben was hat?

GERETTET!

Na, bitte, das geht doch.

Und noch mal zurück zum Kommissar, der auf das multiple Safe wartet. Im folgenden Bildchen sehen Sie, was Leser Joachim H. im Kommentar meint. Sucht man nach Übersetzungen von save, haben die Angebote wenig zu tun mit sicheren Räumen. Ich habe Sie etwas aufs glatte Eis geführt. Zwischen to safe und to save bestehen ein paar Unterschiede …

Ich gehe jetzt runter in meinen Panic Room und packe die Unterlagen für diesen Beitrag in den Save(!).

For heaven’s safe!

1 Kommentar zu "Wie Kenia das Deutsche rettet"

  1. Joachim Herbert | 29. Juli 2019 um 15:57 | Antworten

    Die Tücken des Englischen. Safe! ≠ save.

    Andererseits

    würde „gerettet“ perfekt zu einem deutschen Visum für Menschen aus Kenia passen. Obwohl die meistens ohne gerettet werden.

Einen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

*Anzeige: Die Seite enthält Links zu mehreren Webseiten, auf denen Sie Bücher bestellen können. Hierbei handelt es sich um Werbung. In eigener Sache zwar, aber Werbung bleibt Werbung, weshalb ich Sie an dieser Stelle darauf hinweise.