Das spottet …

Ich habe meinem Club, dem 1. FC Nürnberg, ja angedroht, dass ich am Montag Abend im Stadion bin gegen den HSV. Kenner der Zweiten Liga wissen, wie das Spiel ausgegangen ist. Die Hamburg zischten das Leder, das die Welt bedeutet, vier Mal in die Maschen des Max-Morlok-Stadions, je zwei Mal in die Maschen links und rechts von mir auf der Haupttribüne.

Die armen Franken versuchten das auch, es gelang ihnen aber nicht. Ein Trauerspiel, das auch mit ω Schäufele in Meterware und fränkischem Bier im Hektoliter-Maß nicht aufzuwiegen ist. Und ja, ich lag mit meinem Tipp falsch. Und nein, ich gehe nicht wieder zum Spiel meiner beiden Vereine.

Das war die Vorrede und zugleich der Hinweis auf die Provenienz des Bildchens. Montagabend, 20:28 Uhr, Nürnberg-Zabo. Meine deutschmeisterei.de begleitet mich. Werbung auf den Laufbändchen. Ich weiß nicht mal, wer da wirbt. Ich weiß nur, dass mir schon vor dem Spiel die Laune verdorben wurde.

DER NEUE CASUAL FINE DINING SPORT IN NÜRNBERG

Was ist denn Fine Dining? Die Seite hotelier.de sagt: Fine Dining at a Restaurant inkludiert in seiner deutschen Aussage den Genuss der gehobenen Gastronomie, sei es in der Haute Cuisine, Sternegastronomie oder im normalen Restaurant mit dem Anspruch besseren Essens im Full-Service-Bereich. Als Ausstattung dieser Restaurants kommen nur hochwertige Werkstoffe und bestes Design zum Einsatz. Das Personal ist hervorragend ausgebildet und trägt entsprechende Dienstkleidung. Fine Dining Restaurants sind fast immer kleine Unternehmen.

Upssalla, da haben wir es aber gleich sehr gehoben: inkludiert. Wir verstehen, dass das Essen sehr fein sein muss, das Interieur exquisit, die Zutaten hochwertig, die Kellnerinnen nettest angezogen und wenn einer auf die Frage nach dem Wein antwortet Weißen oder Roten?, kommt er in die Soup du jour am nächsten Tag.

Finden wir dafür bitte einen deutschen Ausdruck? Spitzengastronomie – Klasse-Restaurant – Beste Küche – Edel-Essen? Müssen es immer Ausdrücke aus der Sprache sein, deren Hauptvertreter, die Hormuz-Allianz, ja bekannt sind für ihre Fish-and-Chips- und Burger-Gourmands?

Und dann dieses Casual als Bekleidungsvorschrift. Ich zitiere die Seite dresscode-guide.deDer englische Begriff casual bedeutet ins Deutsche übersetzt zwar lässig, leger oder salopp, damit ist aber nicht der Hausanzug gemeint. Steht Dresscode Casual auf der Einladungskarte heißt das, dass Sie sich nicht so adrett, wie im Büro kleiden müssen, sondern in einem bequemen Aufzug auf der Gartenparty erscheinen dürfen. Bequem sollten Sie aber nicht gleichsetzen mit schlampig, ungepflegt oder kunterbunt.

Himmelsackra! Ich zahle in einem Restaurant der Kategorie Edel-Essen mit Wein- und Weibbegleitung sicherlich zweihundert Euro. Und man bringt mich dazu, am Nachbartisch Menschen zu ertragen in Turnschuhen, sockenfrei, T-Shirt mit Leitspruch Rockcafé Marrakesch, das umfangreiche Halsverzierungen der Sorte Tattoo Tribal freilegt, und einer Hose, die auf den Knien hängt?

Und Spot? Das spottet jeder Beschreibung! Abgesehen davon sollte es dann auch Casual FineDiningSport heißen, durchgekoppelt, ihr Koch(!)-Mützen!

Danke. Abgesehen von Denglischen halte ich casual und fine dining für einen Widerspruch, den zu ertragen ich kein Geld ausgeben möchte.
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Nachtrag in Dudens Sache
Der Duden Verlag hat eine neue Seite im Internet, auf der jeder seine Texte auf Rechtschreibung und Grammatik überprüfen kann. Ich habe mit dem Duden vereinbart, hin und wieder meine Texte gegen diese Seite laufen zu lassen. Sie hört übrigens auf den Namen ω Duden.Mentor.

 

Hier sehen Sie in Gelb die Anmerkungen des Mentors. Ist nichts zu sagen. Kann man lassen. Bis auf den Hinweis, dass das Fragezeichen nach Edel-Essen hinter einem Leerzeichen stehen soll. Widerspricht Dudens eigenen Regeln.

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