Was macht eigentlich André Schürrle? Treffen!

Der Herr Schürrle, seines Zeichens Fußballer, hat mal in der Ersten Bundesliga gekickt, wurde sogar 2014 mit uns Weltmeister, in Brasilien, bevor der Herr Bolsonaro … halt, Damens, es geht nicht um Fußball, Sie dürfen weiterlesen, es lohnt sich! Nun kickt Herr Schürrle, Vorname: André Horst, als Leihgabe von Borussia Dortmund bei Spartak Moskau. Dort spielte er vor ein paar Wochen in der Europaliga, Kicker-Deutsch: Europa League.

Wieder getroffen: Schürrle kommt immer besser in Fahrt

schreibt das Fachblatt für Attentäter Fußballer, und der Kicker macht es genau richtig – mein Anlass, Ihnen Lernstoff für heute auf dem Weg in die Krabbelgruppe mitzugeben.

Stünde da …

Wiedergetroffen: Schürrle kommt immer besser in Fahrt

wäre die Geschichte eine andere, nämlich diese: Ein Mann des Kicker (oder eine Frau) schnürt in Nürnberg sein / ihr Ränzchen, fährt zum hiesigen Albrecht Dürer Airport (wir lassen mal die Eigenschreibweise), setzt in Moskau auf und sich ins Café Putin (Roter Platz, rechts ab) mit André Horst. Und sie plaudern. Sie haben sich endlich, nach Monaten wiedergesehen, wiedergetroffen. Heißa, welch Freude!

Dem ist aber nicht so. André hat überhaupt keine Zeit für Besuche aus der Heimat; er will nichts und niemanden treffen außer die Maschen, die die Welt bedeuten, im Rücken des gegnerischen Torwarts. Er will ins Tor treffen. Und er hat augenscheinlich wieder getroffen, zum wiederholten Mal.

Und Sie sehen: Ob Sie die beiden Wörtchen zusammenstellen oder sie trennen, das macht einen gewaltigen Bedeutungsunterschied aus in unserer wunderbaren Sprache.

Und nun mische ich einen kleinen Tropfen Wasser in die Chose. Der Duden, der Schlingel, lässt für das hier besprochene Verb beide Schreibweisen zu: wieder treffen und wiedertreffen. Ein besseres Beispiel wäre das ähnlich gelagerte Verb wiedersehen (nur eine Schreibung erlaubt) gewesen.

Es besteht ein Unterschied zwischen

Wir sollten uns mal wiedersehen

und

Wir sollten uns mal wieder sehen.

Wenn Sie genau lesen, spüren Sie ihn, im zweiten Beispiel mit der Betonung auf wieder. Leider ist wiedersehen / wieder sehen weniger doppeldeutig als wieder treffen / wiedertreffen.
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Nachtrag in eigener Sache, 18:04 Uhr
Hatte ich in mehr als acht Jahren noch nicht: einen Fehler in der Überschrift. Bis 18:03 Uhr stand da EIGENTLCH, ohne I. Nun is es eingefügt.

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Nachtrag in Dudens Sache
Der Duden Verlag hat eine neue Seite im Internet, auf der jeder seine Texte auf Rechtschreibung und Grammatik überprüfen kann. Ich habe mit dem Duden vereinbart, hin und wieder meine Texte gegen diese Seite laufen zu lassen. Sie hört übrigens auf den Namen ω Duden.Mentor.

Gar nicht mal schlecht, wobei ich mich fragte, warum der Mentor die Eigennamen Bolsonaro und Schürrle ohne Markierung durchgehen lässt. Aber Spartak unterstreicht.

 

 

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