Neue Löwen braucht die See

Neulich bei der Metro. Die haben jetzt Löwen im Angebot. Das ahnte ich immer, wollen doch viele räuberische Nationen den geschützten Tiere wieder an Kopf, Kragen und Fleisch. Der Chinese erstöbert ja nicht nur das Horn vom gleichnamigen Nas zur Steigerung der Manneskraft. Auch das Coiffeur-Handwerk des Landes braucht dringend Anregungen, wie man von Maos Plattfrisur wegkommen kann. Der Löwe hielt ja auch schon her für die Frisur von ω Farrah Fawcett.

Und so bietet die Metro Nürnberg, quasi als Abfallprdoukt der Jagd in Kenia, neuerdings die Löwen-Neuzüchtung

Thunfischlions – Thunnus albacares

an. Sieht ein bisschen aus wie Fisch. Ist es aber nicht. Ist Löwe, Lion. Steht doch da. Warum verkaufen sie dann keine Seelöwen?

Etwas verunsichert wurde ich, als ich an derselben Theke das nächste Schildchen sah. Die bieten doch tatsächlich

Kabeljau Loins – Gadus Morhua

an. Irgendwas mit Fisch. Sollten sich mal entscheiden, wie die mit den Löwen umgehen.

Und nach dem Verspeisen des Kabeljaus schaut ich mal genauer nach. Erstens stellte sich der Kabeljau tatsächlich als Fisch heraus und zweitens kennen wir die Lende im Englischen als loin.

2 Kommentare zu "Neue Löwen braucht die See"

  1. Leif-Ove Murayama | 1. Oktober 2019 um 3:59 | Antworten

    Ich finde auch andere Angaben auf der Tafel etwas irritierend:
    Als Fanggerät wurde eine HTL verwendet. Ist das jetzt im Curriculum jeder „Höheren Technischen Lehranstalt“, Schüler auf Thunfischjagd zu schicken? Seltsame Österreicher. Vor allem, da Österreich ja so viele Hochseehäfen besitzt.
    Neulich erzählte mir ein Nachbar von seinem Urlaub: „So schön wie in 57 war es heuer in 63 nicht. Dafür war der Wochenendausflug nach 18 jeden Cent wert: Die Bouillabaisse in dem Strandrestaurant bereitete man vor unseren Augen mit 658302 und 345976 zu. Wahlweise konnte man noch 988224 darüberstreuen.“
    Was haben solche Angaben in einem Supermarkt verloren? Auf einem Fischmarkt oder bei einem Großhändler ergibt so etwas Sinn, keine Frage. Dort können die Leute etwas damit anfangen … oder es im Zweifelsfall in einer Liste nachschlagen. Aber als „Information“ für Otto Normalverbraucher? Sicher ist es Pflicht, diese Daten anzugeben, aber warum in einer derart unverständlichen Form? Ist es nicht möglich, statt 57 „Östlicher Indik“ hinzuschreiben? Denn genau das bedeutet die Zahl hier. Oder sind diese Angaben schon so geschäftsschädigend, dass man sie verklausulieren muss? Wir kennen ja alle die vielen verschiedenen Ausdrücke für Zucker in den Zutatenlisten von Nahrungsmitteln. Aber nein, bei Metro muss man zuerst „Pro Trace“ auf dem Mobiltelefon installieren und den Barcode einscannen, um die Angaben zu entschlüsseln. Mit anderen Worten: Metro animiert seine Kunden lieber dazu, in Zeiten des Klimawandels Energie zu verschwenden, anstatt Klartext zu schreiben. Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht?

    • HTL, Herr Murayama, ist nichts anderes als eine „HöchstThunfischLeine“, also so eine Schnur, mit der man den am höchsten springenden Thunfisch cowboy- respektive fishboymäßig anleinen kann; der zieht dann als Vaterfigur und Leithammelfisch(!) die Herde in die Japan-Reusen. Und so kommt er beim Sushi zu neuen Ehren als HTL, als „hipper Tuna light“. So ist das nämlich. Steht alles in der App, die Sie nicht runterladen wollen ;.)

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