Petri heil!

Gut, Sie kennen Hörpolding nicht. Ich kannte den Weiler östlich des Chiemsees auch nicht, bis meine Freundin Regine R. (meinen Dank!) mich auf den Ort aufmerksam machte. Sie verwies auf diesen Ausschnitt aus dem Trostberger Tagblatt von gestern. Die Trostberger schreiben über den Verein der Schwarzfischer im Ort und dass dieser Verein sich demnächst jahreshauptversammelt.

Ich spüre schon Ihre Aufregung. Das sind doch Meldungen. Die Schwarzfischer am Chiemsee laden zur Jahreshauptversammlung. Spannend! Wer werden die Überraschungsgäste sein? Herrschaften, die deutschmeisterei.de bleibt dran …

Erst recht Brisanz erhält diese Welt-Meldung durch eine weitere. Selbes Blatt, selber Tag. Lesen Sie bitte! Noch mal Schwarzfischer. Besonders üble Gestalten! Die hatten zwar Rute, Blinker, Bier und allerlei Köder dabei, aber keinen Angelschein. Die Behörden sind dran. Jagdfrevel – und das in der bayerischsten aller vorstellbaren bairischen Heimaten: am Chiemsee.

Und was lernen wir nun? Es gibt einerseits das sehr ehrenwerte Hobby des Schwarzfischens. Ich darf dazu mal Wikipedia zitieren: Die Schwarzfische (Centrolophidae), auch Schwarze Makrelen oder Quallenfische genannt, gehören zur Ordnung Scombriformes. Sie leben in allen tropischen und gemäßigten Teilen der Weltmeere. Zitat Ende.

Sie leben nicht in Seen. Lese ich daraus. Und warum gibt es dann Schwarzfischer am Chiemsee? Ich verstehe die Welt nicht mehr.

Oder doch: Dieser Verein der Schwarz-Fischer ist nichts als die Dach-, Mantel- und Deckelorganisation mit bürgerlichstem e.V. und Steuerbefreiung für jene aus der zweiten Meldung – für die ohne Angelschein. Die einen geben sich staatstreu und ehrfürchtig; die anderen meucheln verbotenerweise Fische im dunklen Tann um den See und verscherbeln sie ins nahe Österreich.

Was für eine Geschichte! Die deutschmeisterei.de deckt auf! Söder Markus, Ihr Einsatz! Oh, Schutzpatron Simon Petrus, Herr der Angler, steig herab und hilf Markus! Und ich wette, unser Markus, derzeit total durchgrünt, und der Petrus Simon – das sind die Überraschungsgäste. Sie werden die Machenschaften entlarven.

3 Kommentare zu "Petri heil!"

  1. Leif-Ove Murayama | 13. November 2019 um 12:11 | Antworten

    „Die Angelruten und das Fischereizubehör stellten die Beamten gleich sicher. Die Männer erwarten nun Anzeigen […]“ – Auf die Angelruten und das Fischereizubehör in Feichten war seit jeher Verlass: Auch diesmal gelang es ihnen, Beamte sicherzustellen. Gut, dass Letztere auch mit einer Anzeige zu rechnen haben. Wo kämen wir denn hin, wenn sie davon ausgenommen würden? Nach Hörpolding etwa? Gut:
    „Einladen“ steht an falscher Stelle im zweiten Satz, d. h. das „ein“ von einladen gehört ans Satzende. Man könnte es freilich auch ganz weglassen. Den Beistrich nach „November“ muss man ebenfalls nicht unbedingt schreiben. Dafür hätte der Redakteur ein Komma im darauf folgenden Satz nach „erwartet“ setzen können. Der Satz wäre dadurch besser gegliedert und somit leichter les- und erfassbar gewesen. Ein fester Umbruch vor „19.19“ hätte das arme „Uhr“ davor bewahrt, allein im Regen stehen gelassen zu werden. Werte und ihre Einheiten sollten nicht in zwei Zeilen zu stehen kommen, ansonsten wird der Lesefluss nur unnötig gebremst.

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