So ein Schissmuss nicht sein

Dieser Grabschmuck macht am Volkstrauertag Ärger. Verständlich. Und nun wollen wir mal die Kirche wieder ins Dorf holen, liebe Leser, soweit mir das aus meiner bayerischen Warte möglich ist. Fangen wir vorn an. Erstens. Trauen wir dem SPD-Ortsverein zu, Verschissmuss statt Faschismus zu schreiben? Vor(!)sicht vor(!) vor(!)schnellen Antworten (dass ich mal einen Satz mit drei Vor beginnen darf !) Grundsätzlich trauen wir der SPD alles zu, auch eine Kanzlerschaft im Alleingang.

Aber das?

Denn da müsste zweitens jemand der Grabesfirma schriftlich den Auftrag gegeben haben, Verschissmuss zu schreiben. Und die Angestellten der Grabesfirma dackeln an die Druckmaschine und schreiben das? Und keiner, keiner in einer langen Kette von Lesern und Setzern stolpert? Unwahrscheinlich.

Drittens schauen wir uns das Geschriebene mal näher an. Einige Schlaue aus Netzwerken meinen, das Wort Verschissmuss sei in einer leicht kleineren Schriftart geschrieben worden. Kann sein. Aber wir sind grundsätzlich auf dem rechten Pfad: Fälschung per Photoshop, jaja!

Schauen Sie sich aber mal vor allem den Binder nach SPD oben rechts an – und vergleichen Sie den mit dem Bilder nach Ver. Da liegt der Hase begraben, da bringen wir die Kirche zurück ins Dorf. Der Ver-Binder (danke zum Beifall für dieses Wort) sitzt nicht korrekt, der SPD-Binder dagegen schon. Da war jemand dran, sicher!

Und auch das scheint, viertens, nur die halbe Wahrheit, die damit keine ist. Spiegel Online ist der Sache mal nachgegangen. Das Ergebnis, Stand: Montag, 10 Uhr, ω lesen Sie hier. Kurzfassung: Die Trauerschleife hing oder hängt wohl wirklich so in Mülheim an der Ruhr – und keiner weiß Bescheid.

Wenn es ein Scherz war, Jungs, wenn es einer war: Ihr seid Hohlköpfe!

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