Binnen-verkehr(t)

Uhhhh, heute morgen Spiegel gelesen. Und mich über eine Überschrift echauffiert. Diese Unsäglichen, dachte ich, diese Nichtskönner! Wieder mal kaum Alphabetisierte an die Überschriften gelassen. Sprachgefühl erworben in 161-Zeichen-Mitteilungen in der Raucherpause auf dem Schulklo! Unfähig, einen Text mit mehr als eineinhalb Nebensätzen zu verstehen und gradlinig wiederzugeben

Das dachte ich, als ich las …

Fast 5oo Einsätze für NRW-Polizei binnen einem Jahr

Anlass: Hochzeitsfahrten, die auf der Autobahn enden (im Wortsinne); Gefährte: tiefergelegte 3er BMW; Gefährten: Türsteher und Fitnessclubler und ihre Klientel mit fremdsprachigen Tatoos auf den muskulösen Oberarmen. Um nicht zu schreiben, dass diese Art maskulinen Geprotzes nicht zum relevanten Gepränge deutscher Leitkultur gehört. War das jetzt ausreichend wenig völkerverständigungs- und integrationswidrig.

Achtung: Binnen weniger Jahre(!) hat sich der Schwachsinn ausgebreitet, vor allem in Nordrhein-Westfalen.

So ist es richtig, liebe Spiegler, die Präposition binnen schreit geradezu nach dem Genitiv. Binnen … weniger – Jahre …

In meinem Furor und klug geworden an der eigenen Blindheit binnen der letzten achteinhalb Jahre – Beispiel-URLs (www.deutschmeisterei.de/…) tausche ich gegen Toilettenpapier – schaute ich noch mal lässig nach in ω canoonet.eu, der Seite für alle Zweifelsfragen von Zweiflern wie mir.

Und ja … hust … naserümpf … rotwerd … betroffen zur Seite schau … peinlich berührt … beim „Fix und Foxi-Lesen auf dem Schulklo erwischt“-blassfarbenannehmend … der Spiegel hat recht. Ich habe nicht recht.

Binnen regiert den Dativ – und nur bei den zurückgebliebenen, besserwisserischen Gehobensprachlern wie mir kommt es vereinzelt vor, dass sie den Genitiv lesen wollen.

Binnen wenigen Minuten klüger geworden. Danke dafür …

 

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