Ganz ruhig, Konrad!

Himmelsackra! Himmel! Wie kann man nur … Sehen Sie sich diese Malaise mal an! Schlimmer kann Versagen nicht aussehen beim Thema Rechtschreibung. Das schlägt dem Ass den Odem aus oder so ähnlich.

Ich pegele mich mal auf Normalstimmung, 1. April in diesen miesen Zeiten, die nicht mal durch miese 1.-(!)April(!)-Schickereien(!) stimmungsvoller werden können.

Stopp! Lesen Sie den letzten Satz noch einmal. Das stehen aufmerksamkeitsheischende (!) hinter 1., April und Schickereien. Warum stehen die da?

Weil sie das strunzdumme, frisch erfundene Wortgebilde aus den drei Begriffen zusammenhalten, sie binden es … also nicht die (!), sondern die Bindestriche. Die (!) weisen nur auf die Bindestriche hin. Begriffen, ihr Wiener Stadtoberen vom Planungsamt des 13. Bezirks? Was will euch der Piefke aus dem Land Konrad Dudens damit sagen?

Dass ihr ausgerechnet bei der Beschriftung der Straße mit dem Namens des Erfinders korrekter Schreibung total gepatzt habt. Allumfassend.

Wir üben mal …

13., Konrad-Duden-Gasse

Ja? Es gibt dafür eine Regel. Ich suche die jetzt nicht raus. Ich bin zu empört. Vielleicht später. Jetzt nicht. Oder doch, Regel D26: In Aneinanderreihungen und Zusammensetzungen mit Wortgruppen setzt man Bindestriche zwischen die einzelnen Wörter. Das gilt auch, wenn Buchstaben, Ziffern oder Abkürzungen Teile einer Zusammensetzung sind.

Und Dudens tapfere Mannen setzen hier ein horrend klares, aber auch schweres Beispiel:

E.-T.-A.-Hoffmann-Straße

Ja, sogar jeder Buchstabe erhält einen eigenen Binder. Mehr Binder geht nicht …

Und nein, Konrad, die kenntnisfreie Schreibung Ihres Namens … das ist kein Scherzium generale premium apriliensis. Das ist bitterer Alltag.

2 Kommentare zu "Ganz ruhig, Konrad!"

  1. Leif-Ove Murayama | 1. April 2020 um 11:34 | Antworten

    Keine Sorge, Konrad wird ruhig weiterschlafen. Die Oberen des 13. Wiener Gemeindebezirks haben nicht gepatzt. Das Schild stammt vermutlich von vor 1995, dem Jahr der Rechtschreibreform, die abgesehen von ein paar Verlagen und Wichtigtuern niemand brauchte und die die deutsche Sprache international wie auch in den deutschsprachigen Ländern leider zu einer Lachnummer werden ließ. Doch selbst wenn es sich um ein Schild neueren Datums handeln würde: Namen wurden von der Reform normalerweise nicht betroffen. Die Umbenennung hätte allein schon aus juristischen Gründen große Probleme aufgeworfen: Verträge hätten umgeschrieben werden müssen, standesamtliche und gerichtliche Schriftstücke neu aufgesetzt etc. Deshalb gibt es zum Beispiel eine Straße namens Roßmarkt nach wie vor in vielen deutschsprachigen Orten. Freilich ist Russland, ehemals Rußland, ein prominentes Gegenbeispiel, aber Putin macht sowieso, was er will – selbst Regierungszeiten können dort seit Kurzem getilgt werden.

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