Reine Zumuterung!

Sie wissen, liebe Deutschknoblerinnen, dass ich digital Scrabble spiele. Das Spiel heißt Word Domination und ist eines für Menschen, die wirklich begierig damit üben wollen. Kurz: Es macht großen Spaß.

Hin und wieder zeige ich Ihnen Wörter des Gegners, vor denen ich stehe – und nichts damit anfangen kann. Schlimmer noch: Hätte ich dieselben Buchstaben auf dem Brettchen, käme ich nie auf die Idee, dieses Wort zu legen.

Schauen wir hin. Ich beginne. Ich lege

oft

Na ja, geht so, macht wenig Punkte.

Dann kommt Frau oder Herr Gegner und legt

Muter

Und macht damit richtig Punkte. Ich denke nach, Muter.  Und komme auf …

  • … englisch jemanden stummschalten, to mute, ein muter ist einer, der stumm schaltet. Passt nicht, wir sind in Deutschland.
  • deutsche Violistin (Vorname: Ann-Sophie) der Galaklasse. Geht nicht, die wird mit Doppel-T geschrieben …
  • … ebenso wie allererstes Rendezvous jedes Mensch kurz nach der Geburt.

Sie sind dran. Helfen Sie?

Und um dem Irrsinn die Krone aufzusetzen, noch ein Beispiel aus der bunten Welt der Word Doministen.

Ich lege…

ich

Er klemmt ein …

Böe

dran und macht gut Punkte.

Ich lege

CD

Na ja, nicht der große Wurf, ausbaufähig.

Er wirbelt die Bonusfelder des Spiels auf und legt einen neuen Startpunkt fest.

Er legt

geilem

und macht 700 Punkte, weil unter dem Buchstaben mehrere Dreifach-Worwerte liegen.

Ich verliere und würde sie am liebsten alle muten!

2 Kommentare zu "Reine Zumuterung!"

  1. Tach, Herr Lohmann,

    in der Tat kennt der Duden den Begriff „Muter“.
    Muter: Substantiv, maskulin – 1. jemand, der eine Mutung beantragt; 2. Wünschelrutengänger.

    Das zugehörige Verb „muten“ findet oder fand bei folgenden Gelegenheiten Anwendung:
    1. die Genehmigung zum Abbau beantragen
    Gebrauch: Bergmannssprache
    2. um die Erlaubnis nachsuchen, das Meisterstück zu machen
    Gebrauch: veraltet
    3. mit einer Wünschelrute nach Wasser- oder Erzadern suchen
    Gebrauch: Jargon

    Sogar bei der BÖE wird man fündig:
    Böe; seltener für Bö

    Bei „geilem“ allerdings weiß man nicht, wes Geistes Kind der Gegner war. Das gibt es so nicht.
    Hinsichtlich „geil“ – neben dem, was man heutzutage gemeinhin dahinter vermutet – kennt die Landwirtschaft diesen Begriff aber auch:
    a) (von Pflanzen) [allzu] üppig, aber nicht sehr kräftig wachsend; wuchernd
    Gebrauch: Landwirtschaft Beispiel-die geilen Triebe einer Pflanze

    b) (vom Boden) fett, [zu] stark gedüngt
    Gebrauch: Landwirtschaft Beispiel-der Boden ist feucht und geil

    Grüße
    Klaus H

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