Da winkt der Zaunpfahl

Eine gute Woche, liebe Leserin liebe Leser, da bin ich wieder. Ich gebe zu: Die Abwesenheit vom täglichen Schreiben dauerte länger als geplant. Ich will Sie nicht langweilen mit den Ursachen. Ich bin in diesem Fall schuldfrei. So schulfrei, dass ich nun gesund und frisch ans Werk gehe. Ich zeige Ihnen oben einen Ausschnitt aus einem Werk, das zu lektorieren ich die Freude hatte. Und nein, es ist keines der Bücher, die eine längere Abwesenheit vom täglichen Schreiben erforderten.

Sie lesen eine alltägliche Szene mit einem renitenten kleinen Widerling, wie wir ihn heute öfter in Fußgängerzonen und Freizeitparks erleben dürfen – neben seinen überforderten Eltern, die sich die Lösung von Erziehungsproblemen aus Blogs von ebenfalls überforderten Eltern ziehen. Warum sage ich Ihnen das? Weil ich Ihnen nun Erziehungsratschläge geben möchte?

Mitnichten. Ich will Sie viel mehr darauf aufmerksam machen, dass Sie gewiss – so wie ich beim ersten, zweiten, dritten Lesen – einen echten Klopfer übersehen haben.

… damit zu tun hatte, ihre drei anderen Sprösslinge in Zaun zu halten.

Erstens muss es natürlich seine Sprösslinge heißen, und zweitens geht es hier nicht um einen Gartenzaun, sondern um das Zaumzeug, mit dem man ein Pferd lenkt. Haben Sie es?

Dann schiebe ich den Duden nach und sage mal frei von der Leber: Wenn Sie das beim ersten Mal erkannt haben und vielleicht unzufrieden sind mit ihrer Tätigkeit bei der Bank oder als Straßenbahnfahrer: Sie sollten vielleicht auch Lektor werden. Gute werden gesucht.

Und dies ist der nachgeschossene Duden: jemanden, sich, etwas im/in Zaum/(seltener:) im Zaume halten (jemanden, sich, etwas zügeln, mäßigen, unter Kontrolle halten: sich, seine Gefühle im Zaum halten).

5 Kommentare zu "Da winkt der Zaunpfahl"

  1. Leif-Ove Murayama | 30. November 2020 um 18:39 | Antworten

    Nach einem anstrengenden Tag, an dem ich einiges an sprachlichem Mist gelesen habe, doch noch ein Lichtblick: Danke für den „renitenten kleinen Widerling“, der mich zum Schmunzeln brachte.

  2. Leif-Ove Murayama | 30. November 2020 um 18:45 | Antworten

    Hoppla, da fehlt ein Wort. Bitte nicht falsch verstehen. Ich meinte: Danke für den Ausdruck „renitenten kleinen Widerling“, der mich zum Schmunzeln brachte.

    • Danke, Herr Murayama, danke. Wenn ich ehrlich bin, wollte ich etwas anderes schreiben. Ich antizipierte dann einen Shitstorm meiner Leserinnenschaft*innen, bis mich die von Ihnen so beschmunzelte Formulierung überkam. Jetzt wollen Sie wissen, was ich ursprünglich schreiben wollte. Als Zitat von Michael Mittermeier: „… Arschlochkind …“ Abduck und weg …

  3. Hallo Herr Lohmann,
    ich habe beide Fehler sofort erkannt. Wo kann ich mich bewerben?
    Beste Grüße,
    Daniel Fuchs

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