Komma wech da!

Manchmal freut es mich ja, Ihnen zu zeigen, wie auf den Facebook-Seiten, die sich mit Grammatik befassen, über die deutsche Sprache diskutiert wird. Ich lese eifrig mit, mische mich manchmal auch ein, merke aber immer wieder, dass nicht Kenntnis eine Rolle spielt, sondern Meinung. Oft heißt es: man wird ja wohl noch mal meinen dürfen – meine Meinung – der Duden ist auch nur ein Vorschlagswerk und ähnlichen Dummbratz.

Es gibt aber auch jene, die steif und fest und ohne ein einziges Nachdenken, etwas behaupten.

Beispiel eins ist zwar kein schöner Satz, ich würde ihn in einem Werk, dass ich lektoriere, korrigieren. Aber an Beispiel eins ist nichts auszusetzen – wenn man das was durch ein das ersetzt.

Ein Komma hinter … je“? Ich finde keine Duden-Stelle, die das eindeutig beantwortet. Wir haben ja auch keinen Sprecher, den in Kommata zu setzen angezeigt wäre. Der Satz geht einfach weiter als hieße: Ohrenbetäubernder Lärm ist das Erste, das(!) mir zu Ohren kommt. 

Hinter … je“ ein Komma zu klemmen, widerspricht der Duden-Regel D8, Beispielsatz: Mit einem lauten „Mir reichts!“ verließ sie den Raum. 

Und wenn wir diesen Beispielsatz schon einmal gefunden haben, gilt der erst recht für Beispiel zwei, nicht wahr?

Der erste Kommentator schreibt: Bei eins ein Komma, bei zwei ein Doppelpunkt und verwirrt den Fragesteller nachhaltig. Beides ist falsch. Das Komma ist in Beispiel eins obsolet. Im zweiten graut mir (… Duden: mir, seltener mich graut [es] vor dir …) graut mir / mich die Vorstellung, den Satz durch einen Doppelpunkt zu verholprigen.

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