Da quietscht der Höcker

Schauen Sie mal, was ich Ihnen am ersten Tag einer längeren Schreibperiode biete: Ein Artikel in meiner Heimatzeitung, der Nürnberger, hat mich auf eine Aktion von Peta aufmerksam gemacht, der Organisation zum Tierwohl. Peta möchte – und dies schon seit 2018 –, dass man bestimmte Redewendungen aus der deutschen Sprache tilgt, in denen Tieren wehgetan wird. Ich dachte, mich träte ein Pferd und schaute mal genauer nach. Tatsächlich, unter dem mir bislang ω unbekannten Oberbegriff Speziesismus sammelt Peta zehn Beispiele für tierwohlgefährdende Sprach-Flätigkeiten.

Mal aufzählen …

  • ein Hühnchen rupfen
  • zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen
  • den Stier bei den Hörnern packen
  • wie ein Fisch auf dem Trockenen
  • Krokodilstränen vergießen.

Ach, schauen Sie doch die ω anderen Beispiele selbst einmal an.

Ich finde das unsäglich. Begründung von Peta: den gewaltsamen Umgang mit Tieren so lapidar in unsere Alltagssprache einzubauen, ist ethisch allerdings nicht vertretbar.

Wohlgemerkt und wohl so gelesen: Wir wenden uns bewusst gegen das Tierwohl, wenn wir unsere Sprache nicht noch weiter von allen Auffälligkeiten freischrubben. Neger und Zigeuner sind schon gestorben, wobei ich sehr schnell, noch in dieser Woche, auch ein Beispiel für die Verwendung des Worts Neger in der deutschen Literatur der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts vorlege.

Bald wird der Tierpfleger angegangen, weil er dem Elefanten mit einem spitzen Eisen führt, die Baumfällerei als Berufsstand diskriminiert, weil man den Bäumen wehtut, und der Wanderer, weil er das Gras unter seinem Schuh bricht.

Wer nicht gendersternt, muss mit einem Shitsorm rechnen, und aus einer digital vorhandenen Aufzeichnung eines Grünen-Parteitages ist jene Stelle entfernt worden, in der sich eine Teilnehmerin dazu verleiten lässt, das Wort Indianer zu benutzen – anstelle eines Korrektsprechs, das ich nun nicht parat habe, das aber die indigene Verbreitungskette von Winnetou und Co. exakt berücksichtigt, ohne irgendeiny Indianery den Federbusch verbal und diskreditierend an den Marterpfahl zu nageln.

Ich habe mir den Spaß gemacht, ein paar Redewendungen zusammenzustellen, die das Ansinnen von Peta auf die Spitze treiben:

  • ein Kamel durchs Nadelöhr gehen lassen
  • einen Hund bei jedem Wetter auf die Straße jagen
  • den Spatz in der Hand halten
  • da brat mir doch einer den Storch!
  • Hilfe, wer hat mir da den Grizzly auf den Rücken gebunden?

Solcher Art eben. Hab ich ne lange Liste, werde ich immer mal wieder auspacken und mich damit befassen.
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In eigener und Ihrer Sache Ich war in den vergangenen zwei Woche ja nicht untätig. Musste nur mal raus aus dem Alltag und sammeln: Neues und mich. Und da wir gerade beim Sammeln sind: Unter dem letzten Beitrag habe ich einige Homonyme gesammelt, immer wenn mir welche eingefallen sind, vielleicht schauen Sie sich das mal an. Er sei ω  hier verlinkt.

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