Dieser Inselname ist aber auch schwierig zu schreiben …

Gibt es eine andere Insel weltweit, deren Namen derart schwierig ist? Gut, wir sehen mal von einer kroatischen Insel ab und von Hawaii, der Insel mit den beiden I im Toast. Der Toast Hawaiiist wahrscheinlich weltweit das einzige Gericht auf Weltniveau, bei dem die Zahl der Vokale die der Konsonanten übertrifft: auf Vokalseite AAA, II und O, also sechs, auf Konsonantenseite H, S, TT und W, also fünf.

Das Gegenstück – in mehrfacher Hinsicht, auch kulinarisch– dazu finden wir gewiss in der russichen Kohlsuppe, der Borschtsch, ein verlorenes O zwischen all den Zischlauten. Ein Insel-Gegenstück in Sache Schreibweise ist fraglos Sylt. Ein der Sprechfähigkeit wegen als Vokal getarnter Konsonant. Muss ich das erläutern?

Fertig? Nein, eine Insel habe ich noch. Krk. Der Weltmeister in Sachen Unsprechbarkeit plus Vokallosigkeit.

Die Färöer – um die geht es hier – halten aber bei Hawaii mit: drei Vokale, drei Konsonanten. Feines Wort, wie ich finde, das uns immer nur dann entgegenschwappt, wenn wir Dänen-Freunde sind (zu dänen(!) gehört die Insel), an der Depressionsgrenze Urlaub machen wollen oder im Fußball gegen sie spielen. Dann häufen sich Sätze wie … verzweifelt am färinger Keeper … (Süddeutsche Zeitung, Du Geschätze!, Keeper … dunkelgelbe Karte! Das ist der Torwart!). Keeper sagt vielleicht ein senderloser Sat1.Reporter oder Jürgen Klinsmann, der das Wort aber ausspricht wie die Kopfbedeckung der Juden.

Gut, hätten wir das auch einmal gesagt. Aber ist färinger richtig?

Ja, kann man so sagen. Die Einwohner, die knapp 50.000, nennen sich im Deutschen nun mal Färinger, und da wir es hier mit einem Adjektiv zu tun haben, das sich aus der Einwohnerbezeichnung ableitet, sehe ich keine Probleme. Lesen Sie hier nach. Der Duden lässt zwar auch färöisch zu, aber wir halten uns mal fix an färinger.

Alles richtig gemacht. Und über den Keeper reden wir noch, Sie! Der heißt ja auch nicht Newer(!), sondern Neuer.
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Non scholae … Unterm Strich was fürs Leben
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Der Toast Hawaii wurde nicht etwa auf Hawaii kreiert, sondern in der den Deutschen so angenehmen Form vom ersten Fernsehkoch des Landes, von Clemens Wilmenrod: ein Stück Sehnsucht aus Frische und neuen Geschmacksnoten nach dem Krieg.

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