Es geht auch anders – und dann doch nicht …

Man sieht, dass es auch anders geht. Man sieht, dass das dumm nachgestellte Adjektiv pur – mein aktuelles Lieblingsthema – auch so eingesetzt werden kann, wie es sich gehört. Wie das kam?

Das kam so: Ich finde eine Ausgabe der Zeitschrift Freundin, eines Blatts, das ich normalerweise nicht im Fokus habe. Blättere das Blatt und bleibe an eben jenem Punkt hängen, den ich danach fotografiert habe. Da lacht eine junge Dame, und ihr Lächeln steht über den 65 MM PURER KOMFORT. Mir reicht es. Mir reicht das als Beweis dafür, dass es auch anders geht. Danke dafür.

Und nun werden Sie sich wundern, wenn ich Ihnen verrate, dass es hier nicht um redaktionellen Text, sondern um eine Anzeige geht. Die 65 Millimeter beziehen sich auf einen Schuh. Warum man indes den Schuh nicht sieht, wenn es um Schuhwerbung geht, ist mir unbegreiflich.

Nun haben wir uns gefreut, und wir beruhigen uns auch wieder. Denn ein paar Seiten vor der Werbung finde ich in derselben Ausgabe das, was Sie links sehen. Dieselbe miese Konstruktion, die mich derzeit verfolgt, dieses Mal aber mit einem geschundenen Adjektiv, das ich bisher in dieser Form noch nicht kannte: lässig. Und, oh Wunder!, dieses Mal handelt es sich um einen redaktionellen Text. Wenn Sie den überfliegen sollten und dabei am Adjektiv geradlinig hängen bleiben, erlauben Sie mir den kurzen Hinweis, dass geradlinig auch in der gradlinig vorkommen darf – beides ist richtig.

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