Schwäbisch im Lüftle

Schwäbisch sprach die Flugbegleiterin, Neudeutsch: Stewardess, Michaela Bahnmüller beim Anflug der Air-Berlin-Maschine (© Wikipedia) auf Stuttgart, und wie das heute so ist, hatte irgendeiner der Passagiere seinen mobilen Alles-Rekorder dabei, speicherte das freundlichste Gebabbel und stellte es auf Youtube. Das sprachliche Bravourstück (naja, was Flugbegleiterinnen so sagen, wenn sie bald zuhause sind und das Ding landet) haben bislang mehr als 500.000 Menschen abgehört.

Das Feine daran: Das Schwäbisch ist herrlich.

Dabei verstehe ich, ehrlich gestanden, nur die Hälfte. Ich nenne es herrlich, auch wenn ich Schwäbisch eigentlich nicht mag. Ich nenne es herrlich, weil ich hoffe, dass derlei Ansagen in Mundart Schule machen. Rheinisch, Hamburgisch, Fränkisch, Saarländisch, meinetwegen, der Parität wegen, auch in Sächsisch. Es zeigt, dass die deutsche Sprache lebt.

Und was machen wir mit Geschäftsleuten oder Touristen aus Südkorea, der Ukraine oder Madeira, des Deutschen und erst recht der Dialekte nicht mächtig? Natürlich wird es die Durchsagen weiterhin in Englisch und Hochdeutsch geben – Moment mal, Schwaben und Hochdeutsch, können die das denn?

Einerlei. Die gesamte Chose zieht indes der Pressesprecher wieder ins Geschäftliche. Uwe Berlinghoff sagt dazu: Das soll ein nettes add-on sein. Da ist sie wieder, die Geschäftssprache, das Business-Englisch, gegen das sich der Stewardess nettes Geplauder ebenfalls zu richten scheint. Himmel, was heißt add-on auf Schwäbisch? Draufgepäckle? Zusätzle?

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